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UCI-Wahl 2013: Nominiert? Ja. Nein. Ja. Nein…

21.08.

Gut einem Monat vor der Wahl am 27. September in Florenz wird es auch hier Zeit den Wahlprozess rund um das höchste Amt im Radsport (nicht Weltsport) zu begleiten.

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Wer die letzten Monate in diesem Wahlkampf nicht verfolgt haben sollte, bekommt hier in aller kurzer Würze noch einmal die Fakten präsentiert:

● Zwei Kandidaten möchten gewählt werden:
(1) Pat McQuaid, der irische Revolverheld. Seit 2005 im Amt, Nachfolger und Freund von Hein Verbruggen, ehemals olympischer Boykott-Verweigerer. Hat mit den Jahren eine bunte Tüte aus Freunden und Feinden im Radsport aufgebaut.
(2) Brian Cookson, der sogenannte britische Heilsbringer. Seit 1997 herrscht er mit einer anderen Gestalt über den britischen Radsport. Kaum hat Großbritannien neben der Bahn auch die Straße sportlich unter Kontrolle, strebt er ein präsidentielles Upgrade an.

● Beide Kandidaten beschimpfen sich seit Wochen über ihre Kommunikationsagenturen. Eine Menge “he said, he said” landete dabei in meinem Postfach. Über Inhalte wurde eigentlich kaum gesprochen, auch wenn beide Kandidaten irgendwann im Juli sogar ihr Manifesto veröffentlicht haben [Hier geht es abwärts, wer direkt zu den Bewerbungen springen möchte].

● Der Kampf, um das Amt könnte vor Gericht entschieden werden. Seit Wochen folgt eine juristische Fragestellung auf die Nächste. Das Problem muss hauptsächlich McQuaid ausbaden. Auf verschiedenen Ebenen wird derzeit geklärt, ob eine von vier (!!!) herbeigeholten Nominierungen nach den UCI-Kriterien tragbar ist.

Soweit die Vorgeschichte. Nachdem die Iren bereits zurückgezogen haben, folgte gestern Swiss Cycling. Die Ausgangsposition stellt sich hier etwas anders dar. Der Schweizer Radsportverband hätte sich am Donnerstag vor einem Schiedsgericht in Zurich erklären müssen. Dazu wird es nun nicht mehr kommen. Der ohnehin klamme Verband hätte den Prozess finanziell kaum bewältigen könnten. Man zog somit gestern mit dem folgenden Schreiben die Nominierung von Pat Mc Quaid zurück.

Zirkulationsbeschluss_SwissCycling.pdf by Jonathan Sachse



Das obere Schreiben wurde von den Schweizern nicht veröffentlicht. Im PR Release auf der eigenen Website liest sich das leicht anders:

Screenshot http://swisscycling.ch vom 21.8.13

Screenshot http://swisscycling.ch vom 21.8.13

Die große Frage ist nun, ob die UCI die nachträgliche Annullierung der Nominierung auch als Nicht-Nominierung anerkennen wird. Dazu hat sich der Radsportweltverband noch nicht geäußert. Es wäre irgendwie logisch, aber ich bin mir nicht sicher. Die Gegenseite (s. Tweet Fuller) hat gestern zwar schon gejubelt, aber man weiß nie, was noch passiert. Da der Nominierungszeitraum bereits am 30. Juni abgelaufen ist, könnte die UCI einen nachträglichen Rückzug einer Nominierung nicht anerkennen. Schräge Theorie?


Die zweite Baustelle für McQuaid: Ein Verbund von mehreren nationalen Radverbänden formiert sich gerade, um eine weitere Hintertür des Iren zu schließen. McQuaid hat sich Ende Juli eine Satzungsänderung von Malaysia schicken lassen, wonach Nominierungen von mehren Verbänden möglich sein sollen. Mit Thai und Marokko meldeten sich auch gleich zwei Freiwillige. Die Regelung des Paragraphen 51 in der UCI-Satzung muss allerdings von einer zweidrittel Mehrheit bei 42 Delegierten genehmigt werden.

Viele Hintertüren, die der Wind beinahe täglich in eine andere Richtung schwenken lässt. Der Kampf der Anwälte geht weiter…

Product Placement:
Ich plane die Tage rund um die Wahl am 27. September 2013 aus Florenz zu berichten. Wer mein Bestreben etwas pusehen möchte, kann entweder via Flattr eine Spende beisteuern oder bei mir jederzeit eine Geschichte zur Wahl anfragen.


Die Manifestos der beiden Kandidaten:

Pat McQuaid Manifesto ENG by Jonathan Sachse


Brian Cookson Manifesto ENG by Jonathan Sachse


2 Kommentare zu "UCI-Wahl 2013: Nominiert? Ja. Nein. Ja. Nein…"

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  2. Pingback: Blut und Bier im dritten Quartal 2013 | Jonathan Sachse

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