Liveblog: Bundeshauptversammlung 2013 des BDR

23.03.

bhv2013

Inhalte

Basiswissen BHV 2013
Dokumente zur Wahl
Fragen an Herrn Scharping
Burckhard Bremer ist weiter aktiv
Die Kommunikation der Landesverbände
Frau Schenks Interessenkonflikte

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BASISWISSEN BHV 2013

Heute wird in Gelsenkirchen gewählt. Der BDR sucht in großen Teilen ein neues Präsidium für die nächsten vier Jahre – darunter auch die Besetzung der präsidialen Führungsspitze.

Das Gute: Es steht nicht nur ein Kandidat zur Auswahl. Der Begriff Wahl ist erlaubt. Es könnte sehr eng werden.

Schwierig: Als Kandidaten stehen zwei Personen zur Auswahl, die beide das präsidiale Amt inne hatten und haben. Auf der einen Seite steht Sylvia Schenk (Juristin, Transparency International, CAS Richterin… und BDR Präsidentin 2001-2004) zur Auswahl. Ihr Gegenüber versucht Rudolf Scharping (Politiker, Ex-Verteidigunsminister, Ex-Kanzlerkandidat, BDR Präsident seit 2005) sein Amt um viere Weitere Jahre zu verlängern.

Ich treibe mich seit gestern in Gelsenkirchen rum, schaue gleich am Hotel Maritim vorbei, indem die Delegierten seit Donnerstag tagen und/ oder gegenüber bei der Zeche Oberschule, in der gestern Abend um die finalen Stimmen gezecht wurde.

Nach meinen Informationen sieht der Kampf um die Delegiertenstimmen der 17 Landesverbände momentan wie folgt aus: Hessen (63 Stimmen) als BDR-Land und Bayern (93) mit einem Kandidaten für das Amt des Vize-Präsidenten könnten Scharping wählen. NRW (101) mit Jugendvorsitzenden Toni Kirsch, Württemberg (74) mit Hans Lutz und Niedersachsen (32) werden wohl für Schenk stimmen. Der heißeste Kampf wird um Baden (60) ausgetragen. Wenn Schenk den Landesverband von Herbert Jacob gewonnen haben sollte, hat sie beste Chancen ihren zweiten Anlauf als BDR-Präsidentin zu starten.

Es gilt die absolute Mehrheit. Sollten alle 605 Stimmen gezählt werden können, werden 303 Kreuze reichen.

DOKUMENTE ZUR WAHL

Soweit die Vorgeschichte. Wer sich noch ein wenig einlesen möchte, dem habe ich hier ein paar Dokumente rund um die Wahl eingebunden.

Berichtsheft zur Bundeshauptversammlung 2013
inkl. Anhänge zu Finanzen und Mitgliederentwicklungen



Tagesordnung Bundeshauptversammlung 2013



Sylvia Schenk: Plädoyer für den Radsport in Deutschland



FRAGEN AN HERRN SCHARPING

Für SPIEGEL ONLINE habe in den letzten Tagen einige Aussagen von Herrn Scharping überprüft. Ein Faktencheck, der sich hier nachlesen lässt.

Drei Zitate von Scharping habe ich untersucht:

“In Deutschland gibt es seit Jahren keinen Dopingfall mehr (Sinkewitz war der letzte) und wir tun alles, dass das so bleibt.”

“Das Wachstum der Mitgliederzahlen ist ein mehr als ausgezeichnetes Ergebnis.”

“Als BDR haben wir schon gesagt: wer von Doping wusste oder an seiner Vertuschung beteiligt war, sollte kein Ehrenamt bekleiden.”

Ein Interview wollte er mit nicht geben. Einen Fragenkatalog wurde vom BDR nicht beantwortet bzw. auf die Satzung des Verbandes verwiesen, indem ich alle Antworten nachlesen könne.

Ich habe noch einmal nachgeschaut. Über die genaue Rolle von Burkhard Bremer steht da beispielsweise nichts. Aber dazu unten mehr.

BURCKHARD BREMER IST WEITER AKTIV

Das hat mir Herr Ulrich Müller, Geschäftsführer der rad-net.sports GmbH am Donnerstag geschrieben:

“Herr Bremer unterstützt die rad-net.sports GmbH bei der Gewinnung und Betreuung von Sponsoren. Die sportlichen Entscheidungen für das UCI-Kontinental-Team „rad-net ROSE Team“, dessen Träger die GmbH ist, treffen die für den Sport verantwortlichen Personen.”

Dem Gegenüber steht eine Aussage von Robert Bartko, der mir am Donnerstag sagte:

“Herr Bremer hat einen massiven Einfluss auf das Team. Ich bin der Meinung, dass er seinen Einfluss auf jeden Fall verlieren muss. Das KT-Team wäre das erste, was ich wieder einstellen würde, um die Verschwendung von Mitteln wieder zu stoppen. Der hätte ganz klar keine Zukunft im Leistungssport mit mir als Vizepräsidenten.”

Halten wird fest.

Bremer arbeitet weiterhin für den professionellen deutschen Radsport.

Er wird von einer Gesellschaft bezahlt, die rad-net.sports GmbH heißt und als Träger des “rad-net ROSE Team” fungiert, welche wiederum mit öffentlichen Geldern teilfinanziert wird. Die rad-net sports GmbH betreibt auch das Portal rad-net.de., welches laut Verwaltungsordnung des BDR ein “Amtliches Organ des BDR” ist. Herr Müller kam eben hier im Sitzungssaal auf mich zu, stellte klar: rad-net.de wird über eine andere GmbH gesteuert, muss ich später prüfen.

Über seine genaue Rolle im Team existierenden widersprüchliche Aussagen.

DIE KOMMUNIKATION DER LANDESVERBÄNDE

In der letzten Woche habe ich an alle 17 Landesverbände einen Fragenkatalog gesendet, indem ich einige Basisfakten abgefragt habe, die sich hauptsächlich auf die Mitgliederentwicklung in ihrem Verein konzentriert haben.

Mit Württemberg hat mir nur ein Verband alle Fragen beantwortet und zusätzlich eine kleine Tabelle zu den Mitgliederzahlen zusammengestellt.

[Update 27.3. - Auch Rheinland Pfalz hat mir ein paar Fragen beantwortet. Diese Antwort habe ich zu spät in meinem SPAM-Ordner entdeckt]



Alles anderen LV haben nicht geantwortet.

Fast alle. Sachsen-Anhalt hat mir noch am Abend meiner Anfrage geschrieben. Lothar Weinert teilte mit:

“1. für 500 € Honorar mache ich ihnen entsprechende zuarbeit …..
2. ihre Fragestellungen zeigen mir worauf sie hinaus wollen..”

FRAU SCHENKS INTERESSENKONFLIKTE

Frau Schenk wird Präsidentin und alles wird besser? Das wäre zu einfach.

Warten wir den heutigen Tagesverlauf ab. Unter Umständen muss dieser Punkt anschließend vertieft werden.

Auf ein Problem habe ich sie am Telefon angesprochen. Ihre Doppelrollen im Sport muss hinterfragt werden.

Zu ihrer Anstellung bei Transparency International sagte sie mir:

“Ich habe die Geschäftsführung von Transparency International Deutschland informiert, dass mein Amt ab sofort ruht. Über meine Rolle bei Transparency International mit der Ehtikbeauftragen gesprochen, ob und was da möglich ist”

Und zu ihrer Rolle als CAS-Richterin:

“Soweit ich weiß gibt es etliche Präsidenten, die CAS-Richterin sind. Würde ich mir genauer anschauen. Bin dort aktuell nicht im Einsatz.”

Bis gleich zum…

LIVEBLOG

[10:35]

Letzte Reihe. Kein Strom. Presse beim BDR.

Grußworte, Ehrungen etc.
Schaut auf das Programm oben.

Vesper hat auch schon gesprochen, schwärmte über die Entwicklung des BDR.

“Ich freue mich, dass die Ampeln auf Grün stehen”

“Gerade im Leistungssport ist der BDR erfolgreich”

[10:44]

Hatte gestern Abend hätte ich das noch anders formuliert. Nach den Gesprächen heute morgen und hier nach den ersten 45 Minuten habe ich ein ungutes Gefühl. Scharping könnte seine Strippen wieder gezogen haben. Vielleicht sogar deutlich.

Gerade werden die Stimmberechtigten erfasst.

Statt 605 werden nur 599 Stimmen gezählt. Einfache Mehrheit bei 300 Stimmen, um die Personen in ihre Ämter zu wählen. 400 Stimmen werden für Satzungsänderung benötigt.

[11:11]

Scharping hat gesprochen und Frau Schenk lauschte aus der vorletzten Reihe.

Schenk_web

Scharping gibt sich als Retter des Radsports. Er hätte den Radsport aus wirtschaftlicher Sicht aus schwierigen Zeiten zu einer stabilen Finanzlage geführt. Spricht von Sponsorengespräche in China, die den Verband gerettet hätten.

Die wollten mit mir einen Vertrag machen. Ich habe gesagt, macht es lieber für den BDR. Dann habt ihr mich als Person mit.

Um am Ende sagt er:

Ich bin kein Automat. Ich mache Fehler. Ich trete manchen Leuten auf die Füße. Wenn sie eine Entscheidung treffen. Dann gucken sie sich bitte die gesamte Bilanz an… Ich danke ihnen, dass sie mich ausgehalten haben mit meinen Stärken, die vielleicht vorhanden sind und meine Schwächen, die ganze sicher da sind.

[11:40]

Nur vier Wortmeldungen. Immerhin mehr als bei der DOSB-Jahreshauptversammlung 2011, da gab es gar keine.

Vielleicht später noch ein paar Details dazu.

Jetzt wird über die Satzungsänderungen diskutiert, lassen sich fast alle oben im Berichtsheft nachlesen.

[11:51]

Versammlungsleiter bestimmt. Öffentlichkeit bleibt bestehen. Hauptausschuss entlastet. Wahl beginnt.

[12:42]

schenk_scharping_web

Zwei Küsschen. Rechts links. Schulterklopfen. Weg. Die Stimmenauszählung läuft noch. Unterdessen Mittagspause, die gleich 12:45 Uhr beendet sein soll.

Auskunft von Frau Christina Kapp, Sprecherin von Scharping: Herr Scharping wird seine Entscheidung nicht davon abhängig machen, wer in die restlichen Ämter gewählt wird. Wenn er gewählt wird, nimmt er das Amt an.

Diese Auskunft von Frau Kapp bezieht sich nur auf das Amt Vizepräsident Leistungssport. In allen Ämtern steht nur ein Kandidat zur Auswahl.

[13:19]

593 Stimmen. Davon 26 Enthaltungen und ungültige.
Rudolf Scharping 411 Stimmen
Sylvia Schenk 156 Stimmen
Wahl angenommen.

Ich werde mich bemühen.

[13:29]

Nehmen wir nur die Pro und Contra Stimmen.

156 Stimmen Schenk = 27,5 Prozent
411 Stimmen Scharping = 72,5 Prozent

Die Schenk Befürworter NRW und Württemberg hätten es zusammen auf 175 Stimmen bringen können. Kann sein, dass ein paar Delegierte nicht dabei gewesen sind oder nicht enthalten haben, aber auf jeden Fall hat Schenk noch nicht einmal ihr Mindestpaket bekommen.

[14:02]

Bartko nicht gewählt. Schabel verlängert.

594 Stimmen
4 ungültig
265 Stimmen pro Robert Bartko
325 Stimmen pro Günter Schabel.

[14:06]

Gerade sprechen die beiden Kandidaten ums Vize-Präsi Amt, wird für zwei Jahre gewählt: Peter Streng (Bayern) versus Toni Kirsch (NRW). Gibt jetzt während der Auszählung Pressegespräche. Danach texten. Bin erstmal raus.

[20:50]

Aus dem Zug zurück nach Berlin packe ich hier gleich noch ein paar Zitate aus dem heutigen Tag rein. Ist mehr etwas für echte BDR-Nerds.

Man lag ich gestern total daneben.

Eine enge Wahlentscheidung gilt als wahrscheinlich.

[21:57]

Meine Zusammenfassung für SPON steht online. Erlaube mir einen Ausschnitt zu zitieren.

Der des Dopings überführte Stefan Schumacher, sei “kein Fall des BDR, sondern einer der Franzosen gewesen”. Schumacher war bei der Tour de France 2008 positiv auf Cera getestet worden. Auch die Fälle des Ex-Straßenfahrers Olaf Pollack, dem 2009 EPO nachgewiesen wurde, oder des ehemaligen Gerolsteiner-Profis David Kopp, der bei einem belgischen Kriterium mit Kokain erwischt wurde, blendet Scharping somit aus. Man könnte auch sagen: Scharping redet sich die Bilanz schön.

Intern soll Scharping geäußert haben, dass er jetzt nur noch zwei Jahre Präsident bleiben möchte, um im Präsidium einen Verjüngerungsprozess einleiten zu können. Von einem Rücktritt sprach er bereits vor der Wahl und trat doch an. Der BDR wird in den nächsten Jahren ein berechenbarer Sportverband bleiben. Doch Stabilität bedeutet nicht zwangsläufig etwas Gutes.

Meine Frage im Original:



Falsch zitiert habe ich ihn? Am 26. Januar 2013 schrieb Herr Scharping im rad-net Chat.

sweet

Ich habe mir seine Aussage noch mehrmals durchgelesen. Sie ist einfach nicht eindeutig. Wie kann er deutsche Straßenfahrer nicht als BDR-Fahrer bezeichnen, wenn sie im Ausland (wie in den meisten Fällen, da die Rennen dort stattfinden) positiv getestet wurden? Warum zählt er keine Radfahrer wie Olaf Pollack dazu, die jahrelang auch auf der Straße fuhren und nur in der Halle erwischt wurden?

Was denkt ihr? Habe ich Scharping falsch zitiert?

[22:35]

Zweiter Anlauf. Eigentlich hatte ich die Zitate alle schon reingeschrieben, aber dann war alles weg. Mag am Zug liegen, der nicht die stabilste Verbindung bietet. Also noch einmal…

Entschuldigt, falls ein paar Rechtschreibfehler drin stehen. Habe gerade nicht mehr die Kraft und Lust jedes Wort zu überprüfen. Bin gleich in Berlin, schreibe jetzt rein, was ich noch schaffe.

Marc Bator (Präsident LV Hamburg und Tagesschau-Sprecher) sagte mir nach der Wahl:

Es ist ein eindeutiges Zeichen für die Fortführung des Kurses unter Rudolf Scharping. Für vielleicht den Wunsch nach ein bisschen Stabilität in einem schwierigen Umfeld. Das muss man einfach akzeptieren. Es ist eine sehr deutliche Wahl gewesen. Sie spiegelt wirklich die Mehrheit der Delegierten wieder. Da muss man schauen, was passiert.

Hans Lutz (Präsident LV Württemberg) nach der Wahl:

400 Ideen in 4 Monaten. Besser wären 40 in 4 Jahren gewesen und davon 10 ordentlich umgesetzt… Ich werde auch diese Papiere an die Wand hängen und überall erst ein Häkchen ranmachen, wenn dieser Punkt umgesetzt ist.

Ich gehen davon aus, dass es einfach so weitergeht wie in den letzten Jahren.

Bisher nicht erwähnt, aber wichtig: Der neue Vizepräsident und Scharping Vertraute Peter Streng wird nur seine Rolle im Präsidium wechseln. Seinen 35-jährigen Nachfolger Andre Müller als Verantwortlichen für Wirtschaft, Finanzen und Marketing möchte er „unterstützen.“ Streng verlor als neuer Vize automatisch seinen Posten als Finanzmeister. Die restlichen Personen im Raum hatten sich scheinbar keine Gedanken gemacht, dass diese Position neu besetzt werden musste. Deswegen äußerte sich Herr Lutz wie folgt bevor später Müller von Streng selber vorgeschlagen und gewählt wurde:

Jetzt wird’s spannend, wer überhaupt vorgeschlagen wird. Das wissen nur wenige im Saal. Ich gehe davon aus, dass auch dieser Kandidat Blitz sauber ausgerichtet ist an den Vorgaben vom Präsidenten.

Sylvia Schenk sagte nach ihrer Nicht-Wahl folgendes:

Ich war ja ein Stück ausgestoßen. Dieser Schritt hierher zukommen war einfach wichtig. Vielleicht hätte man den auch ohne Kandidatur haben können. Ich bin wieder ein Stück im Radsport.

Es wäre eine Mammutaufgabe gewesen vor der ich auch deutlichen Respekt hatte… Ich kann gut damit Leben.

Ich kandidiere hier nicht, um ins IOC zu wollen, da hätte ich bessere Möglichkeiten.

Ihre 10min. Rede wurde mehrfach vom Versammlungsleiter unterbrochen, der sie auf die restlichen Zeit hinwies. Bei Scharping wiederholte er diese Kommunikations-Grätschen nicht. Dazu Schenk:

Das zweite und dritte Mal hat mich schon sehr irritiert.

In ihrer Wahlkampfrede äußerte sie u.a.:

Als ich gestern in den Zug stieg um ihre herzufahren, war auf einmal pure Freude da, es war wie eine Heimkehr. Der BDR und der Radsport ist ein Teil meiner Bio, genauso wie ich ein Kind des Radsports bin. Was mir klar geworden ist: ich fühle mich weiterhin mitverantwortlich für diese Sportart, gerade auch weil ich Kritik geübt habe.

Was ich immer gespüt habe, dass es sehr viel Frust gibt, weil die Dopingdiskussion alles überlagert. Es nicht nicht fair, dass die wertvolle Arbeit von der Basis bis zur Spitze immer wieder in Mitleidenschaft gezogen wird von den Problemen die es immer wieder im Profradsport insbesondere bei den Männern gibt. Das haben die Leute nicht verdient.

Der Straßenradsport der Männer gehört zum Radsport. Wir müssen ihn annehmen mit den Stärken und den Schwächen.

Ich plädiere dafür, dass wir uns diesen Problemen offen stellen. Das Potenzial der Prävention ist noch nicht ausgereizt… Es geht auch darum, wie schaffen wir ein Umfeld, dass auf der anderen Seite auch Sorge geleistet wird, dass sie in bestimmten Situationen NEIN sagen können.

Ich bin froh, dass ich mit der Kandidatur die Eiszeit wieder aufgebrochen ist zwischen uns… ich habe kein detailliertes Wahlprogramm vorgelegt aus Respekt vor ihnen.

Zum Schluss, das soll keine Drohung sein: Ich will Spaß haben und ich möchte das die, die mit mir arbeiten, auch Spaß haben.

Schließlich noch Herr Scharping. Ein Mann, viele Worte. Nach der Wahl äußerte er sich:

Sorry, ich bin ja nicht dazu da jedem zu gefallen, sondern ein Verband zu führen, damit er Erfolg hat.

Ich habe keine Wahlkampf zu betreiben. Ich habe Arbeit darzustellen. Wir sind nicht in einer heilen Welt. Wwir haben große Herausforderungen zu bewältigen.

Und vor der Wahl in seiner Bilanz- und Wahlkampfrede:

Wir müssen sehr dafür sorgen, dass der BDR seine Grundlagen stabilisiert und seine Erfolge ausbaut.

Wir brauchen den sportlichen Erfolg für die Projektförderung. Wer den sportlichen Erfolg in Gefahr bringt, bringt auch die wirtschaftlichen Grundlagen in Gefahr. War gut, dass wir in London so erfolgreich waren. Wir konnten bei den Zielvereinbarungsgesprächen mit dem DOSB auf Rio hinweisen… Wenn wir mit dem DOSB und BMI über diese Fragen reden, dann erstehen unsere Argumente für die Finanzierung durch unseren sportlichen Erfolg, den wir erreicht haben.

Als 2006 die Jahre der Depression und die Jahres des Existenzkampfes anfingen, konnte ich mir nicht vorstellen wie hart das wird.

Wer nicht professionell, wirtschaftlich verhandelt, der läuft in Schwierigkeiten.

Ich weiß da wird manchmal so geredet. Der Scharping, der polarisiert… Der ist so oft in China. Hat der Scharping überhaupt noch Zeit für den BDR?… In China an einer Hotelbar ist das Sponsoring für.. entstanden… Die wollten mit mir einen Vertrag machen. Ich habe gesagt, macht es lieber für den BDR. Dann habt ihr mich als Person mit.

Wer sich nicht regelmäßig zu verbessern versucht, der verliert.

Ich bin kein Automat. Ich mache Fehler. Ich trete manchen Leuten auf die Füße. Wenn sie eine Entscheidung treffen. Dann gucken sie sich bitte die gesamte Bilanz an… ich stehe gerne für kooperative Lösungen zur Verfügung… Danke ihnen, dass sie mich ausgehalten haben mit meinen Stärken, die vielleicht vorhanden sind und meine Schwächen, die ganz sicher da sind.

Der Radsport braucht eine wirtschaftliche Grundlage. Wer nicht klar und professionell ökonomische Fragen beantworten kann, läuft in Schwierigkeiten.

Bei dieser Entscheidung, die sie treffen müssen, geht es um eine einzige Frage: Wer soll die Zukunft des Radsports in seiner ganze Breite führen? Es geht nicht um persönliche Befindlichkeiten.

Wer mir persönlich sagt, ich hätte in der Haltung Anti-Doping keine Linie, der kennt die Fakten nicht oder will sie nicht sehen.

Ich habe nicht von außen dem BDR zugerufen, der Radsport sei moralisch völlig verrottet.

Ich stehe hier, um eine Zukunft verantwortlich mitzugestalten, indem ich dem BDR und seinen Mitgliedern verpflichtet fühle. Ich fühle mich nicht einem Journalisten gegenüber verpflichtet.

Ach ja. Herr DOSB-Vesper sprach auch noch. Gleich zu Beginn, war da noch in Eile, habe nur die beiden Halbsätze notiert:

Ich freue mich, dass die Ampeln auf Grün stehen… Gerade im Leistungssport ist der BDR erfolgreich.

Berlin. Feierabend.

6 Kommentare zu "Liveblog: Bundeshauptversammlung 2013 des BDR"

  1. Merci für die Berichterstattung. Etwas anderes als ein “Weiter so” mit Scharping hätte mich überrascht. Die organisierten Radfahrer sind in der Mehrheit ein konservativer Haufen.

    Auch wenn ich mich für die Gegenkandidatin kaum mehr erwärmen kann – schade, dass Pat McQuaid ihr nicht zur Wahl gratulieren muss. :D


  2. Danke für die ausführlichen Infos. Es war leider wieder mal kein guter Tag für alle die, die Hoffnungen auf Änderungen im deutschen Radsport hatten und Zeichen einer Aufbruchstimmung erkennen wollten. Die alten Seilschaften haben leider auch weiter die Strippen in der Hand.


  3. Und wieder geht das ganze von vorn los.kaum zu Glauben das mit dem Kapitän das Schiff Radsport aus unruhigen Gewässern gebracht werden man.das erinnert einen ein bisschen an die UCI.


  4. Hallo!
    Vielen Dank für den Live Stream! Besser als wenn man dabei ist.


  5. Was denkt ihr? Habe ich Scharping falsch zitiert?

    Was Scharping geMEINT hat, ist klar, daß er, auch an anderer Stelle, was anderes geSAGT hat, kann jeder nachlesen. Daß die Aussage mit Beschränkung auf den Profiradsport der Männer nicht richtiger wird, hast Du mit den Fällen Schumacher, Kopp und Pollack bereits nachgewiesen. Äußerst peinlich finde ich den Versuch, Schumacher den Franzosen “anzuhängen”. Das soll Scharping mal den Amateurmannschaften und -rennen erzählen, die wegen Schumacher & Co. ihre Sponsoren verloren haben.

    Das eigentliche Problem ist aber, daß der BDR (incl. Scharping) bis heute nicht akzeptieren möchte, daß der Radsport ein generelles Dopingproblem hat. Ohne die Einsicht, daß dies weder von Disziplin, noch von Geschlecht, Altersklasse oder Professionalisierungsgrad abhängt, wird man der Lösung des Problems keinen Schritt näher kommen.

    Spricht man Scharping auf Dopingprobleme bei den Amateuren an, dann ist es immer nur der “Profiradsport der Männer”, hat Scharping das Gefühl, die Profis stünden in der Kritik (wie in Deinem Fall), dann waren’s die Amateure!? Man kann es drehen und wenden wie man will: keine olympische Sportart dürfte in Deutschland mehr Dopingfälle aufweisen als der Radsport.

    Daß Frau Schenk offenbar ins selbe Horn stößt, läßt mich beinahe fassungslos zurück:

    Es ist nicht fair, dass die wertvolle Arbeit von der Basis bis zur Spitze immer wieder in Mitleidenschaft gezogen wird von den Problemen, die es immer wieder im Profradsport, insbesondere bei den Männern gibt.


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