-Dr. Fuentes – Coming Soon -Dr. Fuentes und der Profisport – Prozessauftakt -Nach der Fuentes Anhörung: Wohin schwimmt dieser Prozess? -Fuentes Urteil gesprochen – Revision abwarten

Dr. Fuentes und der Profisport – Prozessauftakt

28.01.

Links Saiz. Rechts Fuentes. Schnappschuss vorm Gerichtsgebäude (28.1. ©twitter.com/andreas_burkert)

Links Saiz. Rechts Fuentes. Dahinter Schwester Yolanda. (28.1. ©twitter.com/andreas_burkert)



Seit 10 Uhr läuft nach mehreren Anläufen und mit sieben Jahren Verspätung der Prozess gegen Dr. Eufemiano Fuentes und vier seiner Dopingbegleiter. Gerade müsste Fuentes sprechen und bekommt hoffentlich die Frage gestellt, welche Sportarten er alles betreut hat.

[Update 11:38 + 12:32 + 14:01]
Eigentlich sollten der Prozess in einen Medienraum live übertragen werden, aber…


Zu viele Rechtsfragen von Fuentes und seinen Anwälten. Schon wird der Prozessauftakt um einen Tag verschoben und die Redaktionen bzw. Journalisten müssen eine Übernachtung mehr blechen.
[Update closed]

Hier im Blog möchte ich die Geschehnisse aus Madrid und Umgebung in den nächsten Wochen begleiten. Die Termine im Gerichtsgebäude sind bis zum 22. März angesetzt. Mit Urteilsverkündigung im April/ Mai und Revision wird sich der ganze Prozess aber noch über viele, viele Monate erstrecken.

Auf zdfsport.de ist heute ein erster Text von mir gelaufen.

Nichts verpassen

Eine Übersicht aller Beiträge findet ihr oben in der Timeline oder in der rechten Seitenleiste, wenn ihr direkt auf den Fuentes Button klickt.

Da ich selber nicht in Madrid sein kann, möchte gleich zu Beginn die Kollegen vor Ort empfehlen. In den ersten Tagen werden (Vorsicht: Deutsche Brille) Andreas Burkert (SZ), Florian Bauer (ARD/DLF), Tom Mustroph (freelancer) und Hajo Seppelt (ARD/DLF) aus Madrid berichten.

Aus internationaler Sicht lohnen sich vor allen Dingen die spanischen und französischen Medien. Explizit empfehle ich Carlos Arribas für El Pais und Stéphane Mandard für Le Monde. Dazu den Telegraph, der in Person von Nick Hoult in letzten Tagen fokussiert den Fußballbezug herausgestellt hat.

Und wer keine Angst vor einem Info-Overkill hat, der liest bei meiner Twitterliste Cycling mit. Da sind eine Menge Herren drin, die darauf brennen, dass in den kommenden Wochen der Fokus vom Radsport auf weitere Sportarten gelenkt wird.

Anklage und Strafmaß

Das gehört zum Basiswissen: Die fünf Personen sind nicht wegen Dopings angeklagt. Zum Zeitpunkt der Ermittlungen gab es in Spanien noch kein staatliches Anti-Doping Gesetz, sodass der Prozess über ein Nebengleis läuft. Es wird auf Grund eines “Verbrechens gegen die öffentliche Gesundheit durch Handel mit schädlichen Substanzen und deren Verabreichung” geklagt (Strafgesetzbuch Artikel 74 & 361).

In erster Linie wird die Staatsanwaltschaft beweisen wollen, dass beim Doping nicht “sauber gearbeitet wurde”. Sprich: Wurden die Hygiene Bedingungen bei der Blutentnahme, der Kühlung und Reinfundierung einwandfrei eingehalten?

Die unten näher erwähnten Nebenkläger könnten in dem Prozess dennoch andere Fässer öffnen. So wurde Jörg Jaksche beispielsweise als Zeuge der WADA berufen. Für die spanische Staatsanwaltschaft bringt Jaksche nicht viel, obwohl er scheinbar offen über die Vergangenheit spricht. Allerdings haben ihn seine bisherigen Aussagen nicht unbedingt als Fuentes Kritiker identifiziert. Aus diesem Grund ist er vielleicht nur für die WADA interessant, die sich bei ihm noch ein paar neue Aussagen zum Dopingnetzwerk Fuentes erhofft. So hat jeder Nebenkläger seine eigenen Interessen. Ein paar Herrschaften werden primär auf der Klägerbank sitzen, um den Einblick in die Gerichtsdokumente zu erhalten.

Die Staatswanwaltschaft fordert zwei Jahre Gefängnis. Einige Sonderbelastungen könnten die Strafe auf 4 Jahre erhöhen. Fuentes Anwalt will Freispruch. Eine Gefängnisstrafe halte ich eher für unwahrscheinlich. Da sind die weiteren Forderungen schon realistischer: 2-jähriges Berufsverbot, min. Geldstrafe von 16.000€, Gerichtskosten und Rückzahlung von illegal erworbenen Geldern.

Zeitplan

Vor ein paar Minuten hat Richterin Julia Patricia Santamaría den Prozess eröffnet. Ab 11 Uhr wird als erster Angeklagte direkt Eufemiano C. Fuentes sprechen und befragt werden.

Dienstag bis Donnerstag folgen die vier übrig geblieben Angeklagten: Seine Schwester Yolanda Fuentes Rodríguez und die drei ehemaligen Sportlichen leiter und Manager Manuel Saiz Balbas, José Ignacio Labarta Barrera und Vicente Belda Vicedo.

Am 1. und 4. Februar werden die ersten Mitarbeiter der Guardia Civil als Zeugen befragt.

Am 5. Februar wird das erste Radfahrer-Paket abgehandelt. Darunter auch Alberto Contador, der nach meinen Informationen eine Sonderbehandlung erfährt, indem er aus einem wenig gebliebene entfernten Dörfchen per Videokonferenz hinzugeschaltet wird. Die anderen Herren Angel García La Cuesta, Elena Franco Cama, Jorge Gómez Zamora und Roberto J. Roig Oltra müssen im Gerichtsgebäude antanzen.

Es folgen weitere Angestellte der Guardia Civil.

11. Februar: Auch Ivan Basso soll sich bei seiner Aussage nur via Videoschalte verbinden. An diesem Montag wird auch Jörg Jaksche in Madrid sprechen. Weitere Fahrer: Darío Gadeo Fernández, Marcos Antonio Serrano Rodríguez, Pedro Díaz Lobato und Sergio Quílez Santamaría.

12. Februar – die nächste Fahrerladung: Angel Vicioso Arcos, Isidro Nozal Vega, Joseba Beloki Dorronsoro, Michele Scarponi, Giampaolo Caruso, Unai Osa Eizaguirre und David Etxebarria Alcorta.

13. Februar: Wichtiger Tag. Der Nebenkläger Jesús Manzano Ruano tritt als Zeuge auf. Wir werden ihn später noch einmal in einer anderen Rolle als Kläge erleben. Am gleichen Tag soll auch der Arzt Forense Francisco Aguanell Neto sprechen.

Vom 18.-25. Februar folgen verschiedene Experten, die bislang nicht namentlich bekannt sind.

26. Februar – drei Fahrer: Antonio Rico Revuelta, Miguel Angel del Pozo Lafuente und Raquel Ortolano Rico.

1.-8. März: tbd., wird mit “audición” im Prozessplan bezeichnet.

11.-22. März: Die sieben Nebenkläger kommen zu Wort:
(1) Spanische Sportbehörde (CSD)
(2) Radsport Weltverband (UCI)
(3) Welt Anti-Doping Agentur (WADA)
(4) Italienischer Olympischer Sportbund (CONI)
(5) Jesus Manzano
(6) Spanischer Radsportverband (RFEC)
(7) Internationale Vereinigung der Profiradmannschaften/manager (AIGCP)

Urteilsverkündigung: Ende April oder Mai.

Große Wahrscheinlichkeit zur Revision. Finales Urteil wird Ende 2013 oder erst 2014 verkündigt werden.

Einlesen

Ich fasse hier nicht noch einmal die letzten sieben Jahre zusammen. Das haben zahlreiche Kollegen in den letzten Tagen schon getan. Fünf Beiträge von deutschen Kollegen empfehle ich explizit:

● Tom Mustroph auf Fuentes Spurensuche (NZZ)
● Andres Burkert und Thomas Kistner mit einem ausführlichen Startbeitrag (SZ)
● Florian Bauer hat in den letzten Wochen mit Fuentes Anwalt und anderen gesprochen (DW, DLF, WDR)
● Philipp May und Jürgen Kalwa mit kultigen Audi-Tönen in einem 18min. Rückblick (DLF)
● Daniel Drepper hat in zwei Beitragen den Fußballbezug hergestellt: Zusammenfassung und Dopingverdacht bei der WM 2006

6 Kommentare zu "Dr. Fuentes und der Profisport – Prozessauftakt"

  1. Pingback: Die Blog- und Presseschau für Dienstag, den 29.01.2013 | Fokus Fussball

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