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Tour de France 2012: 7. Etappe

7.07.

Guten Samstag zur ersten Bergetappe dieser Tour de France. Noch kein unüberwindbarer Kracher, aber mit einem für die Vogesen ordentlichen Finale: Der Schlussanstieg zur Skistation La Planche des Belles Filles ist nur 5,9km lang. Dafür aber mit einer durchschnittlichen Steigung von 8,5% ordentlich steil.

Der Schlussanstieg der 7. Etappe via ASO



Ich möchte heute ein wenig mehr auf das Etappengeschehen Bezug nehmen. Das Pressezentrum, in dem ich hier in Champagney sitze, ist circa 18km vom Etappenfinale entfernt. Daher gibt es keine aktuellen Fotos. Mir bleibt aber ein wenig mehr Zeit für den Liveblog. Direkt Eindrücke von einer Bergankunft folgen dann nächste Woche in den Alpen, werde dort für eine Nacht auf dem Gipfel mein Zelt aufschlagen.

Zunächst einmal meine Vorschau auf diese Etappe und das weitere Streckenprofil der Tour de France, die ich für SPIEGEL ONLINE geschrieben habe.

Metz, Frankreich

Alpe d’Huez, Col du Galibier, Mont Ventoux: Die großen Bergankünfte haben zum Mythos Tour de France beigetragen. Dieses Jahr spielt das Gebirge bei der Frankreich-Rundfahrt nur eine Nebenrolle. Wer den Gesamtsieg will, muss im Zeitfahren Top-Leistungen abliefern.

Am Montag holen sie alle wieder ihre Hightech-Konstruktionen raus. Nicht einfach nur Rennräder, sondern Maschinen im Kampf gegen die Uhr. Sechs Flachetappen liegen hinter den Teilnehmern der Tour de France, am Wochenende geht es in die Berge, dann steht das Einzelzeitfahren von Arc-et-Senans nach Besançon auf dem Programm. Die Etappe am Montag wird große Bedeutung haben. Denn selten haben die Fähigkeiten auf dem Zeitfahrrad eine größere Rolle gespielt als in diesem Jahr.

Insgesamt 101 Kilometer müssen die Teilnehmer bei der Tour 2012 in der Solodisziplin zurücklegen. “Gerade nach der ersten Woche, wenn alle müde sind, wird es schon sehr große Zeitabstände geben”, prophezeit Tony Martin vor der Etappe am Montag. Das zweite Zeitfahren folgt am 21. Juli, einen Tag vor der Zielankunft in Paris. Und wahrscheinlich steht der Tour-Sieger 2012 erst nach diesem 53,5 Kilometer langen Zeitfahren fest.

Die Frankreich-Rundfahrt befindet sich vor dem großen Jubiläum. Bevor es bei der 100. Tour im kommenden Jahr zum großen Spektakel in den Bergen kommen soll, wollen die Veranstalter 2012 den Zeitfahrspezialisten die Bühne geben. Nur drei Bergankünfte stehen dieses Jahr auf dem Programm: je eine in den Vogesen, den Alpen und den Pyrenäen. Und keiner dieser Pässe trägt die ganz großen Namen, die zum Mythos Tour de France beigetragen haben. Ein Etappenfinale in Alpe d’Huez, auf dem Galibier oder auf dem Plateau de Beille wird es dieses Mal nicht geben.

Kritiker halten die diesjährige Tour daher für langweilig, aber das muss sie nicht werden. Vielmehr steht ein Duell zweier Klassementfahrer-Gruppen bevor. “In den Alpen werden die Kletterer ihre Chancen suchen müssen. Und die Zeitfahrer müssen ihren Vorsprung verteidigen”, prognostiziert Christian Knees vom Team Sky. Der Deutsche begleitete in der ersten Woche als “Bodyguard” den Briten Bradley Wiggins durch das Peloton.

Knees’ Kapitän gilt 2012 als der große Herausforderer von Titelverteidiger Cadel Evans. “Unser und Evans’ Team BMC werden sich abtasten und belauern”, glaubt Knees und hofft, dass der aktuell Zweitplatzierte Wiggins schon bald an der Spitze der Gesamtwertung steht. “Vielleicht haben wir nach der Samstagetappe schon das Gelbe Trikot”, sagt Knees.

Die Entscheidung um den Toursieg auf ein Duell zwischen Evans und Wiggins zu reduzieren, wäre allerdings zu einfach. Zu viele sehr gute Fahrer sind derzeit im Klassement aussichtsreich platziert: Denis Mentschow (Katjuscha), Vincenzo Nibali (Liquigas-Cannondale) und Andreas Klöden (Radioshack-Nissan) befinden sich alle in den Top Ten.

Und dann gibt es da ja auch noch Klödens Teamkollegen Fränk Schleck, vergangenes Jahr Tour-Dritter. “Ich muss auf Attacke fahren. Wollen wir mal schauen, was dabei rauskommt”, sagte der Luxemburger SPIEGEL ONLINE vor den ersten Bergetappen. Etwas anderes wird ihm auch nicht übrigbleiben. Auch er verlor beim Massensturz auf der sechsten Etappe mehr als zwei Minuten. In den beiden Zeitfahren wird er weitere Minuten einbüßen.

So war es auch im vergangenen Jahr, als Fränk und dessen Bruder Andy Schleck vor der vorletzten Etappe das Klassement anführten. Es stand noch ein Zeitfahren an, die beiden Bergspezialisten waren die Gejagten. Andy Schleck wollte das Gelbe Trikot nur irgendwie über die Zeit bringen – und musste erkennen: Ohne Allrounder-Qualitäten gewinnt man keine Tour de France. Der Australier Evans holte den Rückstand von knapp einer Minute auf, fuhr mehr als zweieinhalb Minuten schneller als die Schleck-Brüder und holte sich den Gesamtsieg.

In den Bergen am Wochenende müssen Evans, Wiggins und Co. aufpassen, dass ihr Rückstand auf die Kletterer nicht zu groß wird. Denn nach wie vor gilt: Die Tour kann mit einem schwachen Tag in den Bergen verloren werden. In diesem Jahr gilt aber mehr denn je noch eine zweite Regel: Gewinnen kann man die Tour 2012 nur mit sehr gutem Zeitfahren.

Gleich mehr…

15.07 | 07.07.



Das ZDF hat mich zum Social Media Verhalten der Radsportler befragt. Im dem Hyperland-Blogeintrag konzentriert sich Stefan Mey auf die Kommunikation in der Causa Armstrong vs. USADA. Wirklich spannende Strategie. Früher Meinungsführer im Peloton, jetzt le Patron auf Twitter und Facebook.

So gibt Armstrong statt dessen immer wieder kleine Botschaften auf 140 Zeichen ab, die von seinen Millionen Twitter-Nutzern gelesen und von Mainstream-Medien bereitwillig aufgegriffen werden.
(…)
Die Bemühungen der Usada könnten ihn nicht nur seine Titel kosten, sondern auch sehr viel Geld – wenn die Sponsorenverträge bei erwiesenem Doping ein Recht auf Schadensersatz vorsehen. Für ihn geht es um alles. Er mobilisiert deswegen alles, was er zur Verfügung hat.


15.18 | 07.07.



Ein kurzer Blick auf das sportliche Geschehen. Eine 7er Gruppe führt das Feld an, die ziemlich gut besetzt ist. Allesamt vernünftige Kletterer. Der Abstand von Christophe Riblon (+5:04) und Chris Anker Sörensen (+5:13) scheint den anderen Teams gerade noch so ertragbar. Den Abstand lässt BMC deswegen nicht höher als 5 Minuten wachsen. Aktuell 4:45 Minuten Führung.


15.41 | 07.07.



Da diese Tour nur drei Bergankünfte bringt, heute den ersten Schlussanstieg, werden die 101km Zeitfahren in erster Linie über den Toursieg entscheiden. Im Schlagabtausch der Klassement-Fahrer könnte aber noch ein ganz anderer Aspekt wichtig werden: Welche Fahrer beherrschen ihr Rad in der Abfahrt am besten? Wer geht das meiste Risiko ein?

Gleich folgen die Berg-Etappenprofile, die mit einer Abfahrt ins Finale gehen. An erster Stelle muss man dabei natürlich Samuel Sanchez nennen. Auch Nibali und Evans beherrschen bergab ihr Rad ausgesprochen gut. Ein paar andere Fahrer würde ich da eher als konservative “downhill rider” bezeichnen. Wobei niemand dabei sein sollte, der wirklich ängstlich den Berg runterbremst, wie wir es in der Vergangenheit beispielsweise bei A. Schleck erlebt haben.

Oder täusche ich mich? Könnt ihr schon einen Fahrer definieren, der bei schnellen Abfahrten Schwierigkeiten bekommen würde?

Streckenprofil Etappe 8 via ASO



Streckenprofil Etappe 10 via ASO



Streckenprofil Etappe 14 via ASO



Streckenprofil Etappe 16 via ASO



16.01 | 07.07.



Menchov. Klöden. Bislang haben sie sich geschickt versteckt, konnten mit einer klugen Fahrweise im Feld fast allen Stürzen ausweichen. In etwa 45 Minuten müssen sie ihren anonymen Status aufgeben.


17.05 | 07.07.



Team SKY fährt in alter US-Postal/ Discovery-Manier das Feld komplett auseinander. Keine Chance für eine Attacke. Wenn alle Helfer verbraucht sind, greift Wiggins an? Volle Offensive beim ersten richtigen Anstieg dieser Tour?


17.07 | 07.07.



Bei Klöden lag ich komplett daneben.


17.11 | 07.07.



Gestern hat der Massensturz ne Menge Favoriten gefiltert. Heute ist es das Team. Mit Blick auf die gestrige Liste, bleiben aktuell nur noch diese Fahrer im Rennen ums Gelbe: Wiggins, Nibali, Evans, Menchov.


17.12 | 07.07.



Falsch: Nicht Mentchov, sondern Taaramae.


17.13 | 07.07.



Huch. Eintrag verschwunden, again: Wiggins Gelber und wirklich Topfavorit? Evans hat wieder wild gebissen, bin mir da nicht sicher. Verrückt, was Froome da macht. Mit Nibali seit langem mal wieder ein Italiener im Rennen. Überraschung in dieser Favoritengruppe: Der Este Rein Taaramae.


17.16 | 07.07.



Frage für die kommenden Bergetappen: Muss Froome den Edelhelfer für Wiggins spielen oder behält sich SKY einen Plan B für die Gesamtwertung?


17.33 | 07.07.



Kein Gelb mehr. Schleck (+ 01:09), Horner (+02:19) und Klöden (+02:19) abgeschlagen. Eigentlicher Helfer Zubeldia (+00:44) als Etappensechster der Tagesbeste.

Stimmung bei Bruyneel?


17.48 | 07.07.



Verabschiede mich jetzt nach Montbeliard. Penne direkt neben Europcar.


21.12 | 07.07.



Wer nicht redet, muss mit Interpretationen wie dieser hier leben.




1 Kommentar zu "Tour de France 2012: 7. Etappe"

  1. Richtiger Riecher: Bei Eurosport lief nach Übertragungsende Werbung für SKY-TV-Abos.


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