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Tour de France 2012: 16. Etappe

18.07.

Eine kurze Nacht liegt hinter mir. Jetzt erstmal Kaffee. Schön schwarz, heiß und lecker.

Die UCI hat sich gestern Zeit gelassen. Für die Pressemitteilung dürfte nicht viel Zeit beansprucht haben. Unterschied sich nur in den Eckdaten von der Kolobnev PM aus dem vergangen Jahr. Very Copy & Paste. Lade später noch beide PMs für den direkten Vergleich hoch. Muss hier erstmal mein Zeug durchkloppen.

Zusammenfassung für Spiegel Online, Stand circa 8 Uhr heute Morgen. Beim Start heute in Pau konnte ich nicht vor Ort sein, Gedrängel bei RadioShack soll nach Angaben der Kollegen an Armstrong Zeiten erinnert haben.



Die B-Probe wird Schleck öffnen lassen. Spielen wir mal durch, was passiert, wenn auch diese Probe positiv ist:
(1) Wir hätten einen Dopingfall. Die UCI würde Schleck suspendieren.
(2) UCI übergibt den Fall an den luxemburgischen Landesverband FSCL. Dieser entscheidet, ob ein ausreichender Verdachtsmoment vorliegt. Sollte das nicht der Fall sein, wird erst gar keine Anklage erhoben.
(3a) Wird keine Anklage erhoben, könnten UCI + WADA eine andere Auffassung vertreten und beim CAS klagen.
(3b) Sollte der FSCL eine Anklage erheben, kommt es zu einem Prozess. Schleck könnte seine Argumentation inklusive Zeugen und Dokumente vertragen. Einen möglichen Verteidungsmechanismus hat er bereits gestern Nacht kommuniziert:

Sollte die Analyse das erste Ergebnis bestätigen, werde ich Anzeige gegen unbekannt wegen Vergiftung erstatten.”

(4, wenn 3b) Die FSCL würde anschließend beraten. Muss dann ein finales Urteil verkündigen.
(5) Das Urteil kann dann von Schleck und UCI + WADA überprüft werden. Ist irgendwer nicht einverstanden, geht es ebenfalls zum CAS.
(6) Also geht es zum CAS.

Und wieder steht uns ein langer Doping-Prozess bevor. Der luxemburgische Verband hat in der Vergangenheit sich nicht unbedingt ein unabhängiges Organ präsentiert, gerade, wenn es um die eigenen Aushängeschilder im Radsport geht. Zumal in 1,5 Wochen die olympischen Spiele anstehen. Der Verband könnte durchaus Interesse haben, ihren Athleten dort noch starten zu lassen und das Verfahren etwas zu verzögern.

Und wer soll ihn vergiftet haben? Vielleicht ein belgischer Tour-Zuschauer?

Bericht aus Pau, Frankreich

Mit Fränk Schleck hat die Frankreich-Rundfahrt womöglich einen prominenten Dopingfall. Es ist nicht das erste Mal, dass der Luxemburger verdächtigt wird. Sollte ihn die B-Probe entlarven, hat er schon eine Erklärung parat.

Ruhetag ist bei der diesjährigen Tour de France der Tag der Dopingmeldungen. Und nach dem Franzosen Rémy Di Gregorio steht dieses Mal ein besonders prominenter Name im Rampenlicht: Fränk Schleck. Der Radsportweltverband UCI ließ am Dienstagabend mitteilen: Schleck sei auf eine verbotene Substanz getestet worden. Eine Urinprobe vom 14. Juli beinhaltete das Diuretikum Xipamid. Dieses könne auch als Maskierungsmittel verwendet werden – andere Dopingsubstanzen seien dann möglicherweise nicht mehr nachweisbar.

Mehr als 100 Journalisten versammelten sich nach Bekanntwerden des Falls noch am Abend vor dem Eingangstor des Hotels “Villa Navarre”, der Unterkunft von Schlecks RadioShack-Mannschaft. Das Team saß noch beim Abendessen, ließ sich in seiner Vorbereitung auf die kommenden Pyrenäen-Etappen scheinbar nicht stören. Für Schleck hingegen war die Tour zu diesem Zeitpunkt bereits beendet.

Auf einer Polizeistation in Pau musste der Luxemburger Fragen beantworten, die ihm sicher nicht gefielen. Gegen 19 Uhr sollen UCI-Offizielle ihn über die positive A-Probe informiert haben. Da in Frankreich ein staatliches Anti-Doping-Gesetz existiert, stellte sich Schleck anschließend der französischen Polizei zum Verhör, parallel dazu wurde sein Zimmer im Hotel durchsucht.

Kurz nach 22 Uhr trat dann der Pressesprecher von RadioShack, Philipp Maertens, vor die Journalisten und teilte mit: Fränk Schleck würde die Tour de France verlassen. Er sei nicht suspendiert, da ohne ein positive B-Probe noch nicht von einem Dopingfall gesprochen werden könne. Maertens zog noch den Vergleich zum einzigen Dopingfall der Tour de France 2011: Alexander Kolobnev. Auch der Russe war positiv auf ein Diuretikum getestet worden.
“Diuretika werden im Radsport dazu benutzt, andere Präparate aus dem Körper zu spülen”, sagte Helge Riepenhof, Teamarzt bei Omega Pharma-Quick Step, am Abend der Deutschen Presseagentur: “Die Gabe ist ansonsten kontraproduktiv, weil Diuretika dem Körper Flüssigkeiten entziehen und damit Minerale.”

Auch die UCI schien sich an den Fall Kolobnev erinnert zu haben. Die UCI-Pressemitteilung vom ersten Ruhetag der Tour de France 2011 glich bis aufs Haar der Schleck-Meldung am Dienstag, allein die Namen wurden angepasst. Der Fall Kolobnev beschäftigte den Radsportweltverband noch lange nach der Tour. Der russische Verband akzeptierte damals keine Sperre. Der Fall ging vor den Internationalen Sportgerichtshof Cas, wo Kolobnev nur zu einer Geldstrafe verurteilt wurde.

Ob sich die Fälle wirklich gleichen, muss jetzt geprüft werden. Zunächst bleiben Schleck vier Tage Zeit, um die Öffnung der B-Probe zu beantragen – und das wird er nach eigener Aussage tun. Ist diese ebenfalls positiv, kann von einem Dopingfall gesprochen werden. Dann wird der Fall an den luxemburgischen Verband übergeben, der über das Strafmaß urteilen muss.

Es ist nicht die erste Dopingverdächtigung, die Schleck betrifft. Auch er soll unter dem Namen “Amigo de Birillo” auf der Liste des Madrider Arztes Eufemiano Fuentes gestanden haben. Sein damaliger CSC-Kapitän Ivan Basso bestätigte seinen eigenen Decknamen “Birillo” und wurde Ende 2007 für zwei Jahre gesperrt. Schleck gab damals lediglich bekannt, dass er eine Überweisung an den spanischen Sportmediziner getätigt hätte – für eine Trainingsberatung.

// Nachtrag: Bitte in diesem Absatz den Konjunktiv beachten. Es ist nicht erwiesen, dass Schleck der “Amigo” von Basso gewesen ist. Bestätigt wurde aber die Überweisung von Schleck an Fuentes. Dem Luxemburger Verband reichte das nicht als Beweis. Er sprach Schleck frei.

Für das Team RadioShack wird diese 99. Tour de France langsam zum Fiasko. Vor Tourbeginn zog sich bereits Teammanager Johan Bruyneel zurück, nachdem er von der amerikanische Anti-Doping Behörde Usada gemeinsam mit Tour-Rekordsieger Lance Armstrong und vier weiteren Personen wegen Dopinghandels angeklagt wurde. Anschließend wurden Meldungen um finanzielle Schwierigkeiten und ausstehende Gehälter publik. Nachdem Fabian Cancellara für sieben Tage das Gelbe Trikot erobern konnte, läuft es sportlich ebenfalls nicht mehr rund. Und nun auch noch der Fall Schleck.

Der kehrte am Abend nicht mehr ins Mannschaftshotel zurück, war auch telefonisch für ein Statement nicht erreichbar. Erst am Mittwochmorgen teilte der Radprofi mit, dass er kategorisch ausschließen könne, die Substanz genommen zu haben und keine Erklärung für das Testergebnis habe. “Falls die B-Probe positiv sein sollte, werde ich argumentieren, dass ich vergiftet wurde”, so Schleck.

Gleich geht’s weiter. Dann auch zur aktuell laufenden HC-Etappe in den Pyrenäen.

“Birillo” strampelte am vorletzten Berg Vollgas für Kapitän Nibali. Konkurrent Evans ist bereits zurückgefallen.

Geht jetzt in den Schlussanstieg. Dann Nibali Attacke auf der Abfahrt, vielleicht schon vorher.

Etappenprofil 16. Etappe



16.20 | 18.07.



Der Mann, der die Tour of Turkey in diesem Jahr in Grund und Boden gefahren hat, wurde heute übrigens auch von der UCI suspendiert. Die PM von Mr. Carpani. Beim türkischen Club fuhr er auf good old EPO:

The UCI advised Bulgarian rider Ivailo Gabrovski that he is provisionally suspended. The decision to provisionally suspend this rider was made in response to a report from the WADA accredited laboratory in Athens indicating an Adverse Analytical Finding of EPO in a urine sample collected from him in a test during the Tour of Turkey on 24th April 2012.


16.22 | 18.07.



Immer wieder spannend bei Voeckler: Er verzichtet komplett auf Technik. Fährt komplett nach Gefühl. Scheiß auf Wissenschaft. Achtet mal drauf, kein Pulsmesser, Herzfrequenz pah, kein Tacho, nichts.


16.35 | 18.07.



Liquigas und Lotto spielen mit ihrem gleichmäßig hohen Tempo gerade Sky-Helferlein. Es scheint, als würde Nibali erstmal voll Evans distanzieren und sein Podium sichern wollen. Wenn er Gelb ernsthaft angreifen wollen würde, müsste er das Tempo mehr variieren.

Ups, kaum schreib ich’s, greift Nibali an.


16.40 | 18.07.



Duo-UK-Tempo. Das wird nichts. Platz 1+2 mit gleichmäßigem Tempo zur Nr. 3 raufgerollt.

Und Voeckler und Rolland von Europcar gewinnen hier alle schwierigen Bergetappe bei der Tour? Sorry.


16.47 | 18.07.

Ich lauf mal rüber zum Finish.


17.38 | 18.07.



Fließe dahin. Durch die Hitze hier rutschen meine Finger dauernd auf der Tastatur ab, kein Witz. Ekelhaft.

Dogfood hat ein neues Jan Ullrich Statement verlinkt, muss ich hier erwähnen. Darf bei Eurosport sogar die aktuellen Dopingmeldungen kommentieren. Wird Ullrich vielleicht doch noch irgendwann Pressesprecher?

Ich habe mich in der Vergangenheit schon des Öfteren für eine schnelle und zeitnahe Durchführung eines Verfahrens ausgesprochen.

Ähm. Nein.


17.43 | 18.07.



Habe ganz vergessenen die Hincapie Story in der New York Times zu verlinken, gestern ja groß angekündigt. Armstrong + Hincapie = (not) best friends forever



3 Kommentare zu "Tour de France 2012: 16. Etappe"

  1. @dogfood: Richtig gut, Danke für den Link.


  2. Da fällt einem doch glatt die Aussage von Stefan Matschiner vor einigen Tagen im Interview mit den Stuttgarter Nachrichten ein:

    ,,Von den 200, die bei einer Tour de France starten, sind vielleicht zehn Prozent sauber – ohne dass ich jetzt für mich in Anspruch nehme, die genaue Zahl zu kennen.”

    http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.ex-doping-dealer-wer-absoluten-erfolg-will-muss-dopen.3df6a642-9984-4b03-a92e-b2a79c398160.html


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