-Von den UCI-Präsidenten angeklagt: Helft Paul Kimmage -Kimmage: It’s about our profession journalism -Im Vergleich: Landis Judgment und Kimmage Case -Dopage, David contre Goliath à Vevey

Kimmage: It’s about our profession journalism

30.09.

It’s growing and growing… 45.000 44.000 US-Dollar nach einer Woche. Ein Statement.


[Alle Infos zur Finanzierung und Direktlink zum Defense Fund]

Ich habe Kimmage gefragt. Braucht er noch mehr Geld?





Die Crowd spendet nicht nur. Sie wird auch kreativ. Zum Teil heftig schwarz.

Am Samstag ist dieser Text von mir in Printform erschienen. Zuvor habe ich für 15 Minuten mit Paul Kimmage telefoniert. Ein paar Aussagen zitiere ich hier. Sorry, sind bestimmt ein paar Transkriptionsfehler drin.

When the summons arrived last week. I felt, that would be a very lonely battle. I wasn’t sure, how I would go to conduct that battle, because I didn’t have legal representation and actually I’m employed at the moment. I didn’t have the money to engage proper lawyers and certainley this defense fund was set up. People startet donating to this. With a week now I feel completely different. Last week I was a little bit worried, frustrated, Now I feel completely energized and have the possipility to go to Switzerland and conduct the proper defense.

When they sent me the compliance of the summons it lists the home addresses of Verbruggen and McQuaid. I think each have a five minutes drive to go to the court room, which is really, really convenient for them. I wish I could organize my life conveniently as they could get organize theirs. Mabye that’s it. That’s where they live. That’s where they feel they get the best hearing. The only thing I do know is, that it is much more unconvilent for me then for them.

Yes, this is not about Paul Kimmage. This is not about me. It’s about our profession journalism. Trying to stop journalism. Trying to stop what we do. I could understand the interests, which are generated. They donations from people which are taking their hand in the pocket are not for me, because of them. Because of the way the sport is wrong. Because of the way the doping controls are out of control. I am just the conduit for their frustration.

I know there are some close friends of mine. They have donated for me, but that would be a very small number of people. Outside of those it’s totally a expression of frustration against the UCI. That’s what they money is for.

For me it’s a sad reflection on the state of the sport, how bad the problem is… after all of these scandals. Puerto, Festina scandal, now the Armstrong case. That riders are still terrified. No voice. A honest opinion about this. They reason that they are afraid is exactly what is happening to me. I stand up and I write these interviews and critized these people and this is how they response to that. They response with a legal case. All of the people within cycling can identify with that. They unterstand exactly, but they need to step a line here.

Hat er gegen die Anwälte der UCI eine Chance?

I think I have a great chance… The bottom line here is… it’s the truth. I sincerely believe that what we said is the truth. When you got the truth on your side, you have a great chance.

Nächstes Jahr möchte McQuaid seine Amtszeit als Präsident des Radsportweltverbandes um weitere 4 Jahre verlängern.

All the hope I got that those people in position to implement change in the sport. Not all in that position. I would hope that they will take that on board. Have a look on what is happening now and what happened for the last 20 years. The chance is neccessary for the sport to move on. To finally begin to resolve this doping problem.

Am 12. Dezember beginnt die Anhörung. Der Prozess wird sich sehr wahrscheinlich ein paar Tage ziehen. Allein McQuaid und Verbruggen haben sieben Zeugen berufen. Wen Kimmage mitbringt, weiß er wohl selbst noch nicht. Ich habe mir die Tage im Kalender freigehalten, plane den Prozess vor Ort zu begleiten. Leider steht noch nicht fest, ob das Ding öffentlich ausgetragen wird. Davon mache ich meine finale Entscheidung abhängig. Flug, Mietwagen, Unterkunft. Ist auch für mich eine finanzielle Frage.

Und weiterspenden.


[Update 1.10.2012]

Nach einer guten Woche Spende und Diskussion meldet sich die UCI zu Wort (Mail 17:40 Uhr, mittlerweile auch online).

In response to questions concerning why almost one year ago the UCI initiated a court case against Paul Kimmage, the UCI wishes to issue the following clarification.

Mr Kimmage had made false accusations that defamed the UCI and its Presidents, and which tarnished their integrity and reputation.

Mr Kimmage is free to express and make public his opinions within the limits of the law and of the truth.

False accusations are unacceptable and unlawful and the UCI will defend itself against all such accusations as any other citizen or entity has the right to do.

The case against Mr Kimmage is limited to false accusations and does not concern other opinions of Mr Kimmage. The case is based upon the protection of the personality rights. Under the applicable Swiss law such case is directed against the person who made the defamatory statements. In this case this person is Mr Kimmage.

UCI Communication Service

8 Kommentare zu "Kimmage: It’s about our profession journalism"

  1. Was will Gerry van Gerwen da? Sagen, dass das alles nichts mit seinem Rennstall zu tun hat? Ach ja – sprachen wir nicht neulich bei Twitter über Fabian Wegmann…?


  2. Mir ist es auch sehr interessant, was dort Gerry van Gerwen macht und vor allem was er wirklich SAGEN KANN.


  3. Ich glaube die Zeit vor Milram war fast wichtiger: Nach seiner Profikarriere hat van Gerwen relativ schnell den Job als Koordinator im radquersport bekommen und in dieser Zeit schon ziemlich eng mit Verbruggen zusammengearbeitet. Das hat sich dann weiter fortgesetzt… Ich habe einen Text von van Gerwen auf niederländisch gefunden, indem er seine Bio runterschreibt. Bock zu übersetzen? Habe es gerade schon mit translation tools probiert.


  4. Ach ja, Fabian Wegmann. laetti, ich schaue gleich mal in die Holczer Bio rein…


  5. @laetti:Zu Wegmann habe ich mir leider keine Passage rausgeschrieben, argh. Dafür aber ein paar Aussagen von Holczer zum Thema Doping, die ich hier gerne veröffentliche. Alles aus seinem Werk “Garantiert Positiv – Mein Leben für den Radsport”:

    “…Omertà im Radsport – deren Existenz ich nach wie vor bestreite, sie ist ein Produkt bestimmter Medien…” (Seite 63)
    “…Gerüchte, dass es Mannschaften gegeben haben soll, die auf dem Weg zum Start noch Blut reinfundiert haben soll, gibt es schon. Bei uns waren es Säurepuffer und stoffwechselanregende Vitaminpräparate, die injiziert wurden, also kein Doping.” (Seite 114)
    “Ich bin mittlerweile fest davon überzeugt, dass Doping zum Spitzensport dazugehört, in allen Diziplinen und ausnahmslos.” (Seite 131)
    “…aber ich habe auf meinem Rechner einen Videoclip aus dem Jahr 2001, auf dem einwandfrei Davide Rebellin und Selina Rebellin zu sehen sind, wie sie Dopingmittel bestellen und sich genau über deren Anwendung und Dosierung informieren.” (Seit 2009 in seinem Besitz, Seite 132)
    “Doping darf man nicht legalisieren, relativieren, akzeptieren oder davor kapitulieren. Aber wir werden uns arrangieren.” (Seite 139)
    “Dem Drängen unseres Arztes Mark Schmidt, der immer wieder die gesundheitlichen Vorzüge des “einmal in der Woche durchspülen” pries… nachgegeben… mein Okay für eine Glukose-Injektion von 100 Milliliter gegeben habe, also einer geringen Menge, die zu einer wirklichen Doping-Verschleierung nicht ausgereicht hätte. Ob es dabei geblieben ist, kann ich nicht sagen.” (Seite 147)
    “Ich denke nach wie vor, dass nach 1998 Doping in weiten Teilen aus den meisten Mannschaften verschwunden ist. Es hat sich einfach verlagert in kleine Zirkel, in Arztpraxen, in Hotelzimmer irgendwo auf der Welt.” (Seite 149)
    “Es heißt, dass die Produktionsmenge von EPO weit über dem liegen soll, was für Kranke gebraucht wird. Profitieren vom Doping tun auch die, die diese Medikamente in die Grauzonen schleusen. Genauso wie die Ärtze, die diese Mittel am trainierenden Athleten testen und später dosieren. Hierzu benötigt man übrigens auch Labore, die technisch auf dem neusten Stand sind. Natürlich profitieren vor allem die Athleten, sie riskieren aber auch am meisten.” (Seite 152)
    Zur UCI-Analyse des Blutprofils: “Bei auffälligen Blutwerten wird das Team aufgefordert, den Fahrer stillschweigend aus dem Rennen zu nehmen.” (Seite 159)
    Interne Kontrollmöglichkeiten zum Grenzwertdoping: “Das Team Phonak führte in seinem Transporter anscheind die gleichen Messgeräte mit, wie sie von der UCI benutzt wurden.” (Seite 162)
    Zu T-Mobile 2006: “Meine persönliche Einschätzung, dass der Rest des Magenta-Teams für den zweiten Tour de France Sieg von Jan Ullrich präpariert worden war, konnte ich nur intern äußern.” (Seite 166)
    “Doping verändert ganz klar das Bewusstsein, Doping geht auf den kopf, Doping macht kirre… Ich bin mir sicher, dass die Eherfrauen oder Freundinnen genau wissen, was ihre Partner da so treiben, und dass das so manche schlaflose Nacht kostet. Aber sie schweigen… Doping ist schädlich, risikoreich – und es macht süchtig” (Seite 170/171)
    “Ich glaube heute bei Topleistungen nichts mehr, nicht nur im Radsport… dass ich den Glauben an die sauberen Topleistungen im Spitzensport verloren habe.” (Seite 200)


  6. “Bei auffälligen Blutwerten wird das Team aufgefordert, den Fahrer stillschweigend aus dem Rennen zu nehmen.”
    Nein, es gibt keine Omerta….
    Und auch ansonsten sieht eine “No needle”-Politik anders aus. Oh Mann. Vielen Dank für die Recherche!!


  7. Pingback: Best of Holczer – Garantiert Positiv | Jonathan Sachse

  8. Pingback: Tag danach: Konsequenzen der USADA Reports | Jonathan Sachse

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