-Die bösen deutschen Anti-Sport Berichterstatter -Erfurter Dopingaffäre: Interview mit Marcel Kittel

Die bösen deutschen Anti-Sport Berichterstatter

31.01.

In den letzten Stunden offenbaren ungezählte Journalisten merkwürdige Verhaltensweisen. Kollegen beklagen die deutsche Berichterstattung im sportmedizinischen Fall Erfurt. Von einer unvollständigen, fehlerhaften und typisch deutschen Hysterie-Berichterstattung im Zusammenhang mit Doping wird geschrieben. Insbesondere ausländische Kollegen aus der Radsportszene klagen an. Meine Timeline ist voll mit solchen Tweets und ich bin schwer genervt. Obwohl ich in diesem Fall nur mitlese, fühle ich mich verpflichtet, meine Kollegen verteidigen zu müssen.

Zunächst sei ein Blick auf die Recherche der freien Journalisten Hajo Seppelt und Robert Kempe gestattet, die ihre ersten Ergebnisse seit Sonntag öffentlich kommunizieren. Aus meiner Sicht basiert alles basierend auf Fakten, mit dem Ergebnis: Mindestens 30 Athleten sollen beim Sportmediziner Andreas Franke eine UV-Therapie erhalten haben. Dabei wurde das Blut der Sportler abgeführt, mit UV-Strahlen behandelt und dem Körper zurückgeführt. Die Verbotsliste der WADA besagt, dass derartige Blutbehandlungen verboten sind. Nur in medizinischen Ausnahmefällen seien Infusionen erlaubt. Vorher müsste eine Genehmigung für eine Infusion eingeholt werden, die scheint keiner der genannten Athleten beantragt zu haben. Eine leistungssteigernde Wirkung konnte bislang kein Experte belegen, nur könnten mit der Methode unter Umständen andere Dopinganwendungen verschleiert werden.

[Update start] Beim nächtlichen Schreiben ist eines untergegangen: Der Stein wurde bereits im April 2011 ins Rollen gebracht, als Grit Hartmann im DLF über die Untersuchungen der Staatsanwalt im Olympiastützpunkt am Steigerwald berichtete und in diesem Zusammenhang von einem Mediziner sprach, der “UV-Bestrahlungen des Blutes” als “”individuelle Gesundheitsleistung” praktizierte. Weitere Beiträge folgten (DLF 11.01.12, DLF 15.01.12, FR 21.01.12). [Update end]

Mit einer Pressemitteilung reagiert 1t4i, das Team der beiden Radfahrer Marcel Kittel und Patrick Gretsch (zählen beide zu den 30 gelisteten Athleten), auf die Vorwürfe. Die Behandlung der Sportler bei Franke wird bestätigt, aber ein Dopingvergehen ausgeschlossen. Die Agenturen verbreiten die Meldung und die Recherche der SportInside-Autoren wird von diversen Medien als nichtig erklärt. Wieder einmal seien es die deutschen Medien, die einen Dopingskandal im Radsport herbeizureden versuchen…

Ich meine: Keiner der Rechercheure beabsichtigt den Sport zu zerstören. Kein Seppelt, kein Kempe. Kein Weinreich, kein Paniczek. Kein Drepper, keine Hartmann… Diese und viele weitere geschätzte Kollegen verfolgen einzig das Ziel die Öffentlichkeit über Vorgänge zu informieren, von denen sie denken, die breite Masse sollte es erfahren. Oftmals geht es um Steuergelder. So auch in Erfurt. Dort finanzieren die Bürger den Olympiastützpunkt Thüringen mit Millionenbeiträgen mit. Natürlich ist die Recherche noch nicht bei 100% und wird weitergeführt. Aber hätte die NADA ohne die Veröffentlichung einen Tag später den Erfolg “auf weitere Akteneinsicht” öffentlich gemeldet? Was spricht gegen die kritische und fortlaufende Berichterstattung? Ist es der Sport? Darf unser liebstes Unterhaltungsgut nicht angerührt werden?

Natürlich bin ich auch ein Fan des Sports. Wie 99% der deutschen Sportfans liebe ich den Fußball. Als Möchtegern aktiver Rennradfahrer liebe ich auch den Radsport. Und mit der Berichterstattung von der Tour de France im letzten Jahr ging für mich ein Traum in Erfüllung, alles andere wäre Heuchelei. Nur muss ich in meinen Beruf eine klare Trennung vollziehen können zwischen privatem Sportinteresse und der beruflichen Ausübung. Gelingt mit dies nicht, bin ich kein Journalist. Dann schon eher Sport-Entertainer, was in Ordnung ist. Nur sollte ich mich dann nicht als unabhängigen Journalisten bezeichnen.

Marcel Kittel hat mir am Montag Abend auf Twitter geantwortet. Dabei verneint er eine Bluttransfusion und bestätigt: Ihm wurden (im Alter von 18 Jahren?) 50ml Blut zugeführt.

Screen: Twitter 30.01.2012

Screen: Twitter 30.01.2012



Welche Erkenntnisse bringt seine Antwort? Ich weiß es noch nicht. Mit Kittel stehe ich im weiteren Kontakt, hoffentlich bald mehr. Der WADA-Vizepräsident Arne Ljungvist vertritt im Sport Inside Beitrag eine eindeutige Meinung: “Jede Menge ist verboten, selbst 50ml Blut… Wenn der Athlet keine Genehmigung hat, darf er es nicht machen.”

Zu guter letzt noch eine kleine Anekdote von der Pressekonferenz beim Berliner Sechstagerennen, die ich am Montag besucht habe und hier noch unterbringen möchte: Ein Journalist wird gebeten die letzte Frage zu stellen, da die Athleten gleich wieder auf die Bahn müssten. Der anwesende BDR-Präsident Rudolf Scharping mustert den Fragesteller und peitscht dazwischen: “War ja klar, jetzt kommt noch ne Frage zu Erfurt!” Leicht irritiert reagiert der Journalist: “Ich wollte eigentlich nur nach Medaillenvorgaben für Olympia fragen.” Ein leises “5″ war noch zu hören. PK beendet.

35 Kommentare zu "Die bösen deutschen Anti-Sport Berichterstatter"

  1. Ganz unabhängig davon, ob die UV-Bestrahlung die Leistung steigert oder nicht: Wie soll ich einem Sportler vertrauen, von dem ich weiß, dass er sich Blut entnehmen, behandeln und wieder zurückführen lässt, wenn es dafür keinen drängenden medizinischen Anlass gibt? Ich kann das nicht. Der Sprung zur nächsten, ich nenne sie mal “Fuentes-Stufe”, ist da für mich nur noch minimal. Mag romantisch-naives Denken sein, aber für mich sollte ein aufrichtiger Sportler sehr, sehr misstrauisch werden, wenn er härt, dass er Blut entnommen und später wieder zurückgeführt bekommt.


    • Fabian, den medizinischen Anlass gab es. Bei der UV-Behandlung werden mit einer Spritze 50 ml Blut herausgezsogen, bestrahlt und gleich wieder injeziert. Ist eine Sache von 5 Minuten. Den Schritt zu Fuentes, sich im Winter literweise Blut abzapfen zu lassen und sich später mittels Infusion zuzuführen, als minimal zu bezeichnen, ist in der Tat naiv.


  2. Pingback: Le Blog Sportif – Sport en Blog » Post Topic » Die Causa Erfurt: Lückenlose Aufklärung erwünscht

  3. “Ich habe mich dabei voll auf den Arzt verlassen & ihm vertraut”…


  4. @fabian: Das ist überhaupt nicht naiv.


  5. Innerhalb der internationalen Radsportszene wird der Fall natürlich verzerrt wahrgenommen, da sich cyclingnews & co nur auf Kittel konzentrieren und so gar nicht gesehen wird, dass hierzulande Pechstein & Schumann die “Zugpferde” sind.

    Weitere Fehler werden dann gemacht, wenn man nicht zwischen Ermittlungen der Polizei und der NADA unterscheidet und man sich voll und ganz auf die UV-Bestrahlung fokussiert und außer Acht lässt, dass auch bzw. gerade die Reinfusion/Reinjektion das Problem darstellt.

    Aber ich bin auch von Seppelt/Kampe in diesem Fall nicht ganz vollständig überzeugt.

    Warum werden ausgesuchte Namen veröffentlicht und nach welchen Kriterien passiert das?

    Warum wird bei sport Inside gestern über Kittel nur gesagt das er Doping bestreitet aber seine genauen Erklärungen verschwiegen?

    Die Beiträge vermitteln mir immer den Eindruck, als ob böse Absichten die einzige Motivation für das Geschehene sein können.
    Was aber wenn wirklich keine Leistungssteigerung beabsichtigt wurde und die Regeln “nur” verletzt wurden, weil der Arzt an Voodoo glaubt und in Sachen WADA-Code inkompetent ist?
    Diese Dummheit seitens Arzt und Athleten gehört aber natürlich auch bestraft.
    (Die Absichten können aber natürlich auch von Athlet zu Athelt verschieden sein.)

    In Erfurt liegt auf jeden Fall so einiges im Argen: was für Personen da in Amt und Würden sind, die Methoden und Kompetenz des Arztes und die “Nadel-Politik” bei Jugendlichen. Ganz zu schweigen davon, wie dieser Fall jetzt ein Jahr lang behandelt wurde.

    Ich habe die Befürchtung, dass die Aufarbeitung dieser Missstände durch die Skandalisierung ausgewählter Athleten zu kurz kommen könnte.

    Ach ja, und wenn ein Werner Franke nichts Substanzielles zum Thema beitragen kann, kann auf seinen O-Ton auch gerne verzichten. Wäre gespannt was der sagen würde, wenn sich Kittel den Lehner als Anwalt nimmt… ;)


    • Danke für deinen ausführlichen Kommentar.

      Ich habe die Befürchtung, dass die Aufarbeitung dieser Missstände durch die Skandalisierung ausgewählter Athleten zu kurz kommen könnte.

      Natürlich ziehen jetzt jede Menge Medien mit, schreiben falsch ab, polarisieren mit zweideutigen Headlines etc. Das ist traurig.

      Die wenigen, die sich bisher wirklich mit dem Fall beschäftigt haben, werden ihre Recherche noch lange nicht als beendet sehen. Zur Aufarbeitung wird es kommen. Nur kann das dauern. Ich bin mir ganz sicher, dass die Rechercheure wesentlich mehr Fakten kennen, uns aber noch nicht alle nennen können. Gerade bei Dopingthemen ist vor jeder Veröffentlichung ein Ratenschwanz an möglichen Klagen zu prüfen. Da geht es um Namen und die kleinsten Formulierungen.

      Warum zu diesem Zeitpunkt der Recherche bereits Namen veröffentlicht werden, kann ich nicht sagen.

      Beim Werner Franke O-Ton stimme ich dir im Übrigen zu.


  6. schade, dass auch herr sachse den kern der kritik am “sport-inside”-bericht verkennt und den kritikern sofort und ohne mit der wimper zu zucken unterstellt, gegen “böse anti-deutsche-berichterstatter” zu sein. sorry, aber diese polemisierung ist wohl nur dazu da, kritiker mundtot zu machen und deren argumente nicht ernst zu nehmen. fakt ist nämlich, dass der bertreffende wada-artikel M2.3 erst 2011 eingeführt wurde. die bei kittel vorgenommene blutbehandlung war im jahre 2008 durchaus legitim, also nicht verboten und weder sport- noch strafrechtlich bedenklich.
    dass aber bei legalen sachverhalten ein “neuer großer deutscher dopingskandal” herbeigerdet wird, dass junge sportler die sich nichts illegales haben zu schulden kommen lassen, nun als potentielle doper gehandelt werden, grenzt verdächtig an rufmord und ich werde den verdacht nicht los, dass hier einfach eine hysterische stimmung zu gunsten der quote erzeugt wird. dass dabei die wahrheit auf der strecke bleibt, ist offenbar nicht von relevanz.


    • …dass junge sportler die sich nichts illegales haben zu schulden kommen lassen, nun als potentielle doper gehandelt werden, grenzt verdächtig an rufmord und ich werde den verdacht nicht los, dass hier einfach eine hysterische stimmung zu gunsten der quote erzeugt wird. dass dabei die wahrheit auf der strecke bleibt, ist offenbar nicht von relevanz.

      Wie oben schon beschrieben: Warum in diesem Stadium der Recherche die Namen veröffentlicht wurden, kann ich nicht sagen, will ich mir hier auch kein Urteil erlauben.

      Ganz generell, was mich stört: Wenn sich Journalisten über die Recherche ihrer Kollegen aufregen. Diese verurteilen und Sätze fallen wie “ihr mach mit eurer Berichterstattung die Sportart” kaputt. Das geht nicht. Natürlich soll es auch unter Kollegen erlaubt sein, einzelne Schritte der Recherche zu kritisieren. Nur habe ich in den letzten Tagen viele Journalisten erlebt, die sich Fahrer/ Teams/ Verbänden verbündet haben – aus Angst “ihre Sportart” könnte Schaden nehmen.


  7. Bitte entschuldigt: Heute kann ich mich hier nicht mehr äußern, bin unterwegs. Morgen melde ich mich ausführlicher.

    Vielen Dank für (eure) ihre Kommentare!


  8. Has ayone noticed that this harmless method was allowed by WADA until January 1, 2011?

    Is anyone aware of the fact that this harmless method does not fulfill the inclusion criteria for WADA’s banned list?

    At least 2 of the following 3 should be met:
    1) performance enhancing
    2) detrimental for health
    3) violation of the spirit of the sport

    So, why the current hysteria over an essentially artificial problem?


  9. Pingback: Die bösen deutschen Anti-Sport Berichterstatter | SportSquare

  10. So, why the current hysteria over an essentially artificial problem?

    As two of the criteria ARE met!??

    BadZ: Doping mit System in Erfurt

    “Die Bestrahlung von Blut mit UV-Licht ist allerdings eindeutig Doping”, sagte Professor Perikles Simon, der Leiter der Sportmedizin in Mainz. Selbst wenn die leistungssteigernde Wirkung nicht nachgewiesen sei, so handle es sich doch in jedem Fall “um eine ethisch bedenkliche Methode, die eindeutig gegen die guten Sitten im Sport verstößt”. Zudem, so Simon, könne die Manipulation von Blut die Gesundheit schädigen. “Der Sportler riskiert, sich eine Infektion einzuhandeln.” Drittens könne die UV-Behandlung “auch Zellen zerstören.


  11. Schade dass auch Sie scheinbar nicht verstehen wollen, dass es bei der Kritik nicht um die von Fall zu Fall durchaus angebrachte Berichterstattung über Doping im Sport geht. Kritikwürdig sind getroffene Feststellungen über einen vermeintlichen Dopinskandal. Was soll man über die Medienberichterstattung zu diesem “Fall” eigentlich denken? Sind der Dopingexperte der ARD und andere deutsche Journalisten mit dem Lesen und Verstehen der WADA-Verbotsliste überfordert oder einfach nur froh über ein möglichst lange anhaltendes Dauerthema, mit dem man sich Wochen, Monate oder gar Jahre befassen kann? Sie sind schwer genervt wegen der Kritik aus In- und Ausland. Ich bin stinksauer über den Unfug der verbreitet wird und der von vielen nicht so gut mit der Materie befassten Konsumenten als den Tatsachen entsprechend angesehen wird. Sportlernamen wurden voreilig und völlig unberechtigt in die Öffentlichkeit gezerrt. Das Ergebnis einer solchen Vorverurteilung, oder sollte ich es besser als Medienhatz bezeichnen, bekommt Claudia Pechstein immer noch deutlich zu spüren. Wo bleibt die Verantwortung der Journalisten für saubere Recherchen? Wie rechtfertigt man den Makel, der fortan an den namentlich benannten Sportlern haften bleibt?


    • Auslöser waren die Untersuchungen der Staatsanwalt. Später folgte die NADA, die zwei Verfahren eröffne. Die Journalisten haben das Thema nicht aus der Luft gegriffen, sondern genau dort mit der Recherche angesetzt. Die Staatsanwaltschaft und die NADA werden ihre Gründe für die Verfahren haben. Womöglich geht es nicht nur um eine UV-Behandlung.

      Nun gut, ich stecke aber inhaltlich nicht drin. Lese nur mit und knüpfe an Sekundärquellen an. Besser macht es Grit Hartmann.


  12. Ralf,

    The !?? covers the content of that quote.

    There’s no proof that the method is harmful. Everything is harmful when not properly done.

    Moreover, an anti-doping researcher should not try to push ethical issues. Simon has his own agenda.

    There are a lot of substances on the list that do not meet 2 of the 3 criteria. Conversely, there are a lot of substances that DO meet 2 of the 3 criteria, but are NOT included. The best example (not mine) is the class of pain killers. How in the world can one talk of clean sport if athletes are allowed to compete with pain killers? Or tape all over the body? It doesn’t make sense, unless this choice is made to let the show continue.

    Anyway, this discussion arose from concerns about the media attention certain athletes are receiving. I hope they will claim damages.


  13. How (i.e. not why) does a method or substance make it to the list? Often, it is a combination of lobby and back room discussions. The following quote is taken from a confidential document (2006). Just replace the hypoxic chamber by the current method.

    At the time, WADA’s President Dick Pound was a major advocate for banning the hypoxic chamber. He was not able to get a majority and therefore (and only therefore)it is still allowed. However, anyone can check that it is doping according to definition (performance enhancement + Serious risks could occur… + artificial = unethical -> 3 out of 3).

    Start of quote:

    Declaration on the use of altitude rooms/hyperbaric chambers adopted by the Monitoring Group at its 11th Meeting on 30 – 31 March 2000 in Strasbourg:

    As forbidding these techniques is not the best solution, the Group suggests warning those concerned of the risks of these processes:

    High-altitude training is permitted for athletes, and it cannot be banned for specific reasons: some nations/athletes are normally located at high altitudes. Artificial environments mimicking the main consequence of high altitude (lowering of the partial pressure of oxygen, i.e. the percentage of oxygen in the inspired air) could theoretically be banned, because they are unnatural, and can be controlled.

    Contrary to natural high altitude, artificial means (hypoxic chambers) are not limited to conditions corresponding to several thousand meters above sea level: their pressure or oxygen content can theoretically be expanded to unnatural, dangerous or even lethal measures.

    On the other hand, the real benefit in performance enhancement will certainly depend on further conditions: while enhanced performances have been observed under specific circumstances, they may lack under other ones.

    Different technical concepts play an additional role: hypobaric chambers similar to high geographical altitude provide low air pressure and lower oxygen content per inhaled volume simultaneously, whereas other chambers lower only the oxygen content (lower percentage than the normal 20%). The physiological consequences or risks of those different conditions, as well as the influence on performance, may differ.

    In general, these considerations must assume technical perfection. Serious risks could occur, if the predetermined, physiologically justified parameters could not be technically guaranteed.

    But the possibility of obtaining similar effects by natural (although more expensive and more timeconsuming) means, should be discouraged for at least unreasonably extended use, but these methods should not be prohibited for the meantime.


  14. Nun gut, ich stecke aber inhaltlich nicht drin. Lese nur mit und knüpfe an Sekundärquellen an. Besser macht es Grit Hartmann.

    Grit Hartmann comfortably follows the authorities and only selectively replies to criticism.

    Fortunately, this is not about the death penalty.


  15. @ Klaas Faber: You should not talk (and write) nonsense about Grit Hartmann.

    Didn’t you tell us (me) all the time you are the one who’s only interested in facts?


  16. Jens,

    Two facts:

    1) The ISU has not proved that Pechstein doped. To the contrary, Harm Kuipers was led by his gut feeling in Hamar. In the media he expressed his observation: “Das darf nicht wahr sein.” ISU science. Instead, he should have done a calculation. We’re taliking about numbers and calculations that have been routinely done in production industry for decades. To check whether a product is within spec. No proof was added since then, only counter proof that was conveniently discarded.
    2) Pechstein has not proved that she did not dope. However, in a modern Rechtstaat it is common that prosecutors prove the prohibited act. The accused is not supposed to prove his/her innocence (when the prosecutors only have a suspicion), which would be impossible with the current quantitative indirect proof.

    All the rest is secundary and only clouds the main issues.

    What greatly disturbs me in the current discussion are two things:
    1) We’re talking about a harmless method that arguably has been placed on the list. So, why the hysteria?
    2) The possibility is seriously discussed that this could have caused Pechstein’s blood values. However, those values weren’t sufficient for a conviction in the first place. The absurd can happen if it can be proved that Pechstein indeed has used that method. The ISU can sit back and say that the verdict was in order. But is wasn’t. Justice needs to be done. That means that the ISU has to admit that they made a mistake.

    Summing up:
    1) Justice needs to be done. That’s a fact.
    2) Grit Hartmann’s endeavors are not really helpful in that respect. That’s neither a fact or a judgement, that’s my opinion.
    3) Clean athletes should worry about the handling of this case.


  17. @Klaas Faber
    Klaas, there’s no question at all that ISU could have done much better. Don’t misunderstand: The didn’t have to prove want you want to have “proven”. But: ISU missed to discuss some medical details, they just were to coward to do that in a proper way.
    Second: DGHO’s experts in my opinion didn’t really prove anything. They failed daramtically with their basis (“new method”) for the first thesis and didn’t admit that afterwards. Not really convincing. At least: a lot of open questions there.
    Third: Pechstein allegedly used a method, that was a well known doping method in GDR-sports. In East Germany the black light treatment was used with nearly the same amount (45 ml of blood) in cures. How do you know the method is “harmless”? Do you know it’s effects on the blood cells?

    And, Klaas, why should I answer to all your “criticism”? I don’t see any reason, not only because you are one of Pechstein’s experts. More important: You’ve missed some basics. One example, quoting you (on jw’s blog): “Please note that Pechstein’s reticulocytes knew when they had to be high, namely during a contest.” Please be advised ;-D that this is just wrong.

    Last: You have been the first in my whole journalistic live saying I would “comfortably follow the authorities”. That was a little bit funny.


  18. Grit,

    To avoid complete divergence, I will mainly clarify around the following:

    “I don’t see any reason, not only because you are one of Pechstein’s experts.”

    I received the commission because I had published a scientific article on the biological passport (together with a former colleague of the Dutch Forensic Science Institute):

    http://www.scienceandjusticejournal.com/article/S1355-0306(09)00089-6/abstract

    To the best of my knowledge, this is the first critical article on the subject world-wide. All I added ever since in this particular case was procedural stuff that presented itself during the trials.

    The essential content was always there, in the article. That work concisely defines my role more in general. It deals with logic. What kind of statements can be made on the basis of that type of evidence?

    What went wrong in the Pechstein case is called prosecutor’s fallacy. I foresaw this to happen in 2008 when I learned that prosecution was enabled in the revised Code of 2009. The thinking errors underlying her conviction are classical and have been known (as such) for more than 20 years.

    Forget about the medical details. They just cloud the issue.

    What certain people should have done or not? They should have taken a course in forensics before embarking on their mission to prosecute on the basis of quantitative indirect evidence.

    The biological passport is sold to the public as a forensic method, but it is not. As far as I know, not a single forensic scientist ever looked at it.

    For good reading I advise the following article published in Nature (‘Conviction by numbers’);

    http://www.nature.com/nature/journal/v445/n7125/full/445254a.html

    History is merely repeating itself.

    P.S. “comfortably follow the authorities” That’s measured relative to what I do. No offense meant.


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