-LIVE BLOGGING: Causa Contador -1. UPDATE CONTADOR: RFEC RUDERT ZURÜCK -2. UPDATE CONTADOR: UCI ZIEHT VOR DEN CAS -3. Update: Contador vor dem CAS -Urteil Contador: Ein trauriger Tag für den Sport

1. UPDATE CONTADOR: RFEC RUDERT ZURÜCK

14.02.

Der Fall Contador hat die 3. Stufe erreicht. Nachdem Contador das ursprüngliche Urteil (1 Jahr Sperre) des spanischen Radsportverbandes angefochten hat, wird nach Meldungen verschiedener spanischer Medien der RFEC sein Urteil nun revidieren und die Sperre zurückziehen. Bestätigen sich die Meldungen, dürfte Alberto Contador ab sofort wieder ins Renngeschehen eingreifen. Doch soweit sind wir noch lange nicht, wie der Blick auf meine kleine Infografik zeigt:





Update 15.02.
Mittlerweile ist der Freispruch offiziell bestätigt und wird vom Toursieger höchstpersönlich als “Tag der Gerechtigkeit” angepriesen. Alberto Contador wird bereits morgen bei der Algarve Rundfahrt wieder starten und verpasst somit kein einziges Vorbereitungsrennen. Auch in den letzten Jahren wählte der Spanien das Rennen in Portugal als seinen Saisoneinstieg. Wer die Geschehnisse der letzten Monate noch einmal Revue passieren lassen möchte, darf sich die Chronologie der DPA (via Radsport-News), ergänzt durch mein letztes Live-Blogging zu Gemüte führen. Na, wer wird noch leicht aggresiv?


Fortsetzung 14.02.
Bevor ich auf die kommenden Verfahrensschritte eingehe, ein kurzer Blick zurück. Der spanische Radsportverband bestätigt mit seinem Rückzug die in der Vergangenheit gemachten Erfahrungen. Für eine harte Linie war der Verband bisher nicht bekannt. Ganz im Gegenteil. Auch im Fall Valverde war RFEC-Präsident Juan Carlos Castaña darum bemüht, seinen Fahrer mit aller Kraft ins Tour-Peloton zu klagen. Im aktuellen Fall des Toursiegers mischte sich zudem die Politik offensiv ein und setzte den Sportverband unter Druck. Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero meinte sogar zu Wissen (Quelle: The Inner Ring):


“There’s no legal reason to justify sanctioning Contador…”


Die Verteidigungsstrategie der Männer um Contador setzt voll auf Artikel 296 der UCI Anti-Doping Satzung (PDF zum Download), welcher besagt:


“No Fault or Negligence
If the Rider establishes in an individual case that he bears No Fault or Negligence, the otherwise applicable period of Ineligibility shall be eliminated. When a Prohibited Substance or its Markersor Metabolites is detected in a Rider’s Sample as referred to in article 21.1 (presence of aProhibited Substance), the Rider must also establish how the Prohibited Substanceentered his system in order to have the period of Ineligibility eliminated. In the event this article is applied and the period of Ineligibilityotherwise applicable is eliminated, the anti-doping rule violation shall not be considered a violation for the limited purpose of determining the period of Ineligibilityfor multiple violations under articles 306 to 312.”



Die Beweislast liegt laut dem Paragraphen 296 wie gehabt beim belasteten Athleten. Doch frage ich mich wirklich, welche überzeugenden Dokumente der RFEC in den vergangen Tagen vom Spanier erhalten haben soll. Zu gerne würde ich einen Blick reinwerfen. Dort müsste ja Schritt für Schritt aufgeführt sein, woher das köstliche Stück Fleisch inkl. Clenbuterol gekommen ist, welches der Spanier auf dem Weg zu seinem nächsten Toursieg mehrfach genossen hat. Und wenn die Dokumente wirklich so überzeugend sind, warum wird dies nicht transparent kommuniziert? Es würde Contador doch helfen die Öffentlichkeit zu überzeugen.


Im nächsten Schritt wird nun die WADA vor dem International Court of Arbitration (CAS) das Urteil anfechten müssen. Da bleibt der Welt-Anti-Doping-Agentur gar nichts anderes übrig. Jetzt muss gezeigt werden, wer international das Sagen hat. Mit der UCI rechne ich nicht mehr. Dem Weltverband gefällt die passive Rolle viel zu gut. Solange die UCI nicht aufgefordert wird, muss sie nicht Partei ergreifen.


Mir bereiteten die aktuellen Beispiele große Sorgen. Die Hürde einen Profisportler Dopingmittel nachzuweisen ist schon hoch genug. Gelingt dies, bietet das internationale Sportrechtssystem viel zu viel Angriffsfläche, um Urteile zu einem ewig langen Prozess ausarten zu lassen. Nicht selten gewinnt am Ende der umstrittene Sportler wie zuletzt mustergültig im Fall Pechstein geschehen.

8 Kommentare zu "1. UPDATE CONTADOR: RFEC RUDERT ZURÜCK"

  1. Absolut unverständlich, was sich da die Institutionen leisten können. Man hat das Gefühl, die kochen da ihr eigenes Süppchen vor sich hin, wie das dabei alles nach außen wirkt, ist denen wohl völlig egal.


    • Ich habe mittlerweile meinen Glauben an Sportverbände mit einer gewissen Mitgliederzahl verloren. Die Strukturen laden all zu oft zu Korruption ein und auf Selbstreinigung kann man nicht setzen. Jens Weinreich hat vor kurzem eine nette Checkliste “Korruption im Sport” zu diesem Thema veröffentlicht. Für die Bewertung von Dopingfällen und anderen Verfehlungen sollten unabhängige Organe zuständig sein. Die Verbände sehen sich in der Bewertung solcher Fälle viel zu sehr mit den eigenen Interessen konfrontiert. Es fehlt so die Grundlage für eine objektive Entscheidungsfindung.


  2. ich habe schon lange nicht mehr kommentiert. könntest du mal über eine sportart bloggen, an der ich anteil nehme? z.b. boules oder curling?


  3. haha… wie da dieses bild hinkommt, müsste ich bei gelegenheit mal erklären.


  4. Pingback: 2. UPDATE CONTADOR: UCI ZIEHT VOR DEN CAS | Jonathan Sachse

  5. Pingback: 3. Update: Contador vor dem CAS | Jonathan Sachse

  6. Pingback: Urteil Contador: Ein trauriger Tag für den Sport | Jonathan Sachse

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>