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Das ungenutzte Social Potenzial im deutschen Profifußball, Teil 1: re:publica learnings

15.04.

Nach einem ersten unproduktiven Tag auf der re:publica, 6 Sessions mit geschätzten unterirdischen 5% Aufmerksamkeit meinerseits, habe ich meinen Plan für den zweiten Tag umgestellt: Vormittags arbeiten, Nachmittags gezielt Veranstaltungen wählen und diesen meine volle Aufmerksamkeit schenken – das hat wunderbar funktioniert!


In der Kalkscheune luden die Clubfans United unter dem Titel „Vom Supporter zum Reporter“ zur Fortsetzung ihres Fußballblogger-Panels ein. Diese einzige re:publica Veranstaltung mit Sportbezug reihte sich wundbar in die Premiere des Vorjahres ein. Eine ausführliche 4-Pages Zusammenfassung hat Lars Wieland bereits für die Rheinzeitung veröffentlicht, ergänzend dazu möchte ich in einem ersten Teil noch etwas tiefer auf die Verband- und Vereinsperspektive eingehen.


Im letzten Jahr wurde die Vereinsseite von Robert Burkhardt (Hertha BSC) vertreten, 2011 stellte sich Katharina Wildermuth (Pressesprecherin 1. FC Nürnberg) den Bloggerfragen. Die weiteren Panelteilnehmer lassen sich HIER einsehen, lassen die Qualität der Runde erahnen. Zunächst möchte ich mich allerdings auf den Club konzentrieren. Dieser leidet an Personalmangel in der Öffentlichkeitsarbeit. Von vier Mitarbeitern in der PR-Abteilung ist keiner speziell auf die digitale Kommunikation angesetzt. Der offizielle Facebook-Channel steht im Aufbau und rotiert als „daily job“ unter den vier Angestellten. Die Spieler des Vereins twittern nicht, probieren sich maximal an einer Facebook-Page aus. Das Praxisbeispiel Ilkay Gündogan zeigt die Schwierigkeiten auf. In diesem Fall informierte der Profi nicht seinen Verein, wagte einen Alleingang, wurde von drei negativen Kommentargebern überfordert, stellte zwischenzeitlich seine Facebook Page wieder ein und wagt mittlerweile seinen zweiten Anlauf. Der Verein wurde zu keiner Zeit in die Kommunikation mit einbezogen, stellt allerdings auch keine Ansprüche in den Dialog eingreifen zu können.


Die Ausgangsstellung beim 1. FC Nürnberg ist also definiert. Zeit für meine Zwischenfrage, die ich in der Session genau an dieser Informationsstelle an Katharina Wildermuth gestellt habe: Warum sucht der 1. FC Nürnberg nicht Hilfe bei seinen Fans? Genauer, bei den Fans, die ohnehin als Vorreiter in der digitalen Club-Kommunikation unterwegs sind? Ihre Antwort: „Du wirst es nicht glauben, aber genau darüber habe ich auf dem Weg hierher im Auto drüber nachgedacht…“.


Nun gut, nachdenken ist ein Anfang, nutzen wir die Denkpause ein „best practice example“ zu besprechen. Im letzten Jahr habe ich auf einem Social Media & Sport Summit in London Matt Owen interviewt. Er ist der Community Manager des Liverpool FC und gilt auf der Insel neben Vereinen wie Middlesbrough als Vorreiter in der digitalen Kommunikation. Matt Owen ist in erster Linie „The Reds“ Fan und hat in diesem Zusammenhang vor einigen Jahren das größte Fanforum des Vereins aufgebaut. Irgendwann kam der Verein auf ihn zu, er hat ja gesagt – BAMM – Kommunikationsmanager seines Lieblingsvereins!





Ich werde in kommenden Beiträgen näher auf das Thema eingehen. Eine Masterarbeit von Maren Asmus, die Perspektive der DFL und gerne eure Kommentare sollen das Thema füttern. Zunächst gilt das Dankeschön der re:publica Podiumsrunde, die für einen wichtigen Input gesorgt hat: Katharina Wildermuth, Thomas Schneider (DFL-Fanbeauftragter), Clubfans United inkl. Alexander Endl, Max-Jacob Ost, Oliver Fritsch, Anatol Vetter.