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Eventinszenierung: Frauen-WM 2011

23.11.

So langsam darf sich die breite Masse an die erste Frauen Fußball-WM im eigenen Land herantasten. Eigentlich darf sie schon ganz lange, aber jetzt sollte sie auch wirklich bald beginnen. Geht es nach dem Willen des DFB wird in 7 Monaten der Traumfußballsommer 2006 wiederholt werden. Das verspricht auch der Slogan “Sommermärchen Reloaded” auf der offiziellen Facebook Page der Frauen-Nationalmannschaft. Und die Zahlen scheinen das Vorhaben zu bestätigen: Über 300.000 Tickets wurden bislang verkauft. Insgesamt 700.000 Karten sind dem freien Verkauf zugeteilt. Der DFB ist mit der Zwischenbilanz zufrieden, zumal der wirklich große Vorverkaufs-Drive erst im kommenden Jahr erwartet wird, wenn das Turnier immer näher rückt.

Nun beantworten diese Zahlen nicht die zentrale Frage, ob der Frauen-Fußball auch wirklich von den deutschen (besonders den männlichen) Fans angenommen werden wird. Da bin ich wirklich gespannt. Reicht allein das Event “Weltmeisterschaft im eigenen Land”, um bundesweit die Fanmeilen zu füllen? Und wenn ja: Wird die WM auch die nachhaltige Identifikation mit dem Frauen-Fußball fördern?

In ein paar Tagen werde ich ein wenig vortasten. Am kommenden Montag, den 29. November, werden die WM-Gruppen in Frankfurter am Main ausgelost. Ich werde im Frankfurter-Kongresszemtrum vor Ort sein. Mal sehen, ob ich dort ein paar objektive Prognosen einfangen kann. Wenn es die Zeit erlaubt, werde ich auch zum ersten Mal hier ein Live-Blogging anbieten. Möglichst mit Inhalten von vor Ort, die über die ZDF-Liveberichterstattung hinaus gehen.

In der Pressemitteilung der FIFA zum Event kann man schon ein paar interessante Namen lesen, die im kommenden Jahr noch eine größere Rolle spielen werden. An dieser Stelle möchte ich auf zwei weibliche Persönlichkeiten näher eingehen. Sie werden im Sommer 2011 zum Teil sehr viel in der Öffentlichkeit zu sehen sein (Beispiel: Steffi Jones, siehe Video) oder hätten zumindest das Potenzial ihren Bekanntheitsgrad während der Frauen-WM zu steigern (Beispiel: Lilly Andres, siehe Foto).



Mit der Tischkicker-Weltmeisterin (im Frauen-Doppel) Lilly Andres war ich in der vergangen Woche auf einem Videodreh. Die Parallelen des Sports zur Rasenvariante ergeben sich schnell. Auch der Kickersport ist bedingt durch seinen Kneipenursprung eine männerdominierte Sportart. Der 27-Jährigen ist es aber gelungen sich innerhalb von nur wenigen Jahren zur Weltelite hochzuarbeiten. In Berlin kennt sie nach eigenen Angaben keine Konkurrenz und auch bundesweit muss sie schon einen unterirdischen Tag haben, um gegen Mann/ Frau ein Match abzugeben. Durch ihre sportliche Erfolgsquote in Kombination mit ihrer authentischen Ausstrahlung nenne ich sie hier als Paradebeispiel für mögliche Frauenfiguren, die durch die WM in den Fokus der Öffentlichkeit rücken und davon profitieren könnten. Die TV-Sender suchen unverbrauchte Gesichter, wollen Sendezeit füllen. Dort ein TV-Auftritt bringt Folgeauftritte. Der Imagewert steigt, Sponsoren springen auf… So läuft das Geschäft, indem sie by the way auch jetzt schon als Geschäftsführerin unterwegs ist.



Die OK Präsidentin der Frauen Fußball-WM 2011 Steffi Jones wird ja immer wieder gerne in einem Atemzug mit Franz Beckenbauer genannt. Schließlich haben sie beide die WM nach Deutschland geholt. Frage mich ja, ob ihr der Vergleich mit dem Kaiser wirklich gefällt. Empfehle an dieser Stelle Jens Weinreich, der den Stimmenfang von Beckenbauer & Co im Zuge der 2006er Bewerbung erläutert. In dem Vergleich mit Beckenbauer drückt sich aus meiner Sicht zudem die Unwissenheit vieler Journalisten im Frauenfußball aus. Das erinnert ein wenig an die Fußball-Football-Vergleiche, die alljährlich beim SuperBowl vorgetragen werden, um die “fremde” Sportart nahbarer zu machen. Im Gegensatz zu Beckenbauer fährt Jones eine klare Linie und wird trotz der hohen Medienpräsenz nicht wie O2/ Postbank/ Mercedes/ adidas/ etc. Marionette-Beckenbauer an Fäden geführt. Sie steht für die erste Generation des neuen erfolgreichen und in Deutschland angekommenen Frauen-Fußballs und will als Funktionären mit dieser Weltmeisterschaft den nächsten Schritt gehen. Ok Handbremse. Ich will hier keine voreiligen Lobeshymnen starten. Sie wird sich 2011 noch ganz schön beweisen müssen.

Und dann wird es natürlich auch noch die Frauen geben, deren Bezug zum Frauen-Fußball nicht sofort ersichtlich sind. Bei Adriana Karembeu bewirkt allein der Ehemann Christian Karembeu (ehemaliger franz. Nationalspieler) eine prominente Besetzung in Reihe 1 an den Loskugeln, gleich neben Oliver Kahn. Da werden 2011 doch einige höchst unterschiedliche Frauenbilder aufeinandertreffen.

3 Kommentare zu "Eventinszenierung: Frauen-WM 2011"

  1. Sehr schöner Artikel. Find ich gut, dass du dich auch diesem, sonst mit einem Lächeln gehandelten, “Ableger” eines traditionellerweise testosteron-geladenen Sports mit so viel Ernsthaftigkeit annimmst. Dein neuer Blog-Header ist auch megadufte – cudos to the designer. VIEL besser als vorher. Auch wenn immer noch nicht Camino-optimiert. However, diese Lilly Andres erinnert mich an jemanden, aber mir fällt gerade nicht ein, an wen. Na ja. So long.


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