Whistleblowing im KlubKonkret

20.02.

Die TV-Sendung KlubKonkret fragte diese Woche, ob wir mehr Whistleblower brauchen. Ich durfte mich an der Diskussion beteiligen. Und die Antwort war natürlich: Ja.

Screenshot www.klubkonkret.de

Screenshiot www.klubkonkret.de



Der KlubKonkret läuft alle zwei Wochen auf EinsPlus. Ein junges Team, was die Themen der Zeit beackert. Wer nicht nur an der neuen Folge interessiert ist, sollte sich mal die vorherige Sendung zur deutschen Flüchtlingspolitik reinziehen. Starke Gäste und zwei wertvolle Reportagen von Eva Schulz.

Im Vorfeld der TV-Aufzeichnung, die eine Woche vorher in München stattgefunden hat, habe ich ein paar Texte über Edward Snowden und seiner Motivation gelesen. Zwei starke Texte kann ich empfehlen, die seine Entwicklung zum Whistleblower toll beschrieben haben:

How Laura Poitras Helped Snowden Spill His Secrets (NYT)
„Das müsste euch interessieren“ (Auszug aus Luke Hardings neuem Buch)

Mit einer meiner Aussage bin ich in der Sendung nicht ganz zufrieden gewesen, weil sie missverstanden werden könnte. Vor einem Whistleblower muss es meine Aufgabe sein, dessen Anonymität so gut es geht zu schützen, wenn er dies möchte. Das muss bei jedem Kontakt neu geprüft werden. Wenn ich das nicht garantieren kann, darf ich eine Geschichte nicht veröffentlichen.

Hier gibt es die knapp 30 Minuten in voller Länge zu sehen:

Fußballdoping. Im Interesse der Öffentlichkeit.

18.02.

Das Thema Doping im Fußball hatte die breiten Medien erreicht. Nur vorübergehend. Gerüchte über Transfers und Trainerwechsel bleiben wichtiger. Ob jemand dopt, interessiert nicht. Dabei ist Recherche zu Doping so wichtig. Davon profitieren auch Sportler und Fans.

©Jonathan Sachse

©Jonathan Sachse



Als im vergangen Jahr der Abschlussbericht über “Doping in Deutschland von 1950 bis heute” diskutiert wurde, spielte auch Doping im Fußball in der öffentliche Debatte eine Rolle. Einige Spieler der deutschen Nationalmannschaft zogen sich bei der WM 1966 Ephedrin rein. Das war längst bekannt, wurde aber erst durch die prominente Studie ein echtes Thema. Der DFB startete eine Gegenoffensive. Gegengutachten und viele öffentliche Statements von Funktionären zum Thema Doping folgten. Auch die großen Medien begannen, fragten zum Beispiel, warum die Dopingkontrollen in Deutschland so weiter hinterher sind. Der DFB lud Journalisten zu einem Anti-Doping Hintergrundgespräch nach Frankfurt am Main ein. Fußballer trafen in Interviews komplett unvorbereitet auf Dopingfragen. Eine Kettenreaktion war entstanden.

Wenige Monate später werden Dopingfragen nicht mehr gestellt. Fußballdoping taucht auf der Medienagenda nicht mehr auf. Zurück auf Start.
hier weiterlesen

Multimedia Story: Dopingkontrollen im europäischen Fußball

17.12.

Über 300 Dopingfälle im europäischen Spitzenfußball. Viele Fälle und es könnten noch mehr sein, gäbe es bei den verantwortlichen Nationen nicht zahlreiche Lücken im Doping-Kontrollsystem. Meine Recherche für SPIEGEL ONLINE, die heute in einer multimedialen Geschichte veröffentlicht wurde.

Foto: Timm Schamberger (www.suedfoto.com)

Foto: Timm Schamberger (www.suedfoto.com)



Keine Lust auf die folgenden drei Absätze? Hier geht’s direkt zur Veröffentlichung auf SPIEGEL ONLINE.

In der Vergangenheit hat der DFB stets betont wie viele Dopingkontrollen sie pro Jahr durchführen und das eigene Kontrollsystem dabei auf den zweiten Platz im weltweiten Vergleich hochgehoben. Das war unser Ansatz für die Recherche. Wir fanden, dass mit einer absoluten Zahl nur schwer argumentiert werden kann. Um wirklich vergleichen zu können, müssen die einzelne Parameter einer Dopingkontrolle angeschaut werden. Am Ende ist diese Europakarte entstanden.

Screenshot: www.spiegel.de

Screenshot: www.spiegel.de



Ein weiteres Kernelement in der multimedialen Aufarbeitung bildet ein Animationsfilm über das deutsche Kontrollsystem. Wir wollten die trockenen Fakten in einer visuellen Sprache erzählen, die nicht nur Doping-Nerds interessiert.

Screenshot: www.spiegel.de

Screenshot: www.spiegel.de



Den roten Faden der Geschichte stellen wir durch eine Reportage her. Vor anderthalb Wochen durfte ich in Nürnberg den Kontrollablauf in der Bundesliga beobachten. Der Text, Fotos und ein kurzes Video geben einen Einblick in einen Bereich der Stadion-Katakomben, den viele Menschen – wenn überhaupt – nur aus der Theorie kennen.

Fragen oder Feedback zur Veröffentlichung? Immer gerne.

Play the Game 2013

28.10.

Doping, Match-Fixing, Korruption, Stakeholder, Megaevents, Sicherheit, Lobbyismus, Good Governance – alles Themen, die auch dieses Jahr wieder bei der Play the Game Konferenz angefasst werden, die ab heute Nachmittag im dänischen Aarhus beginnt. Von Dienstag bis Donnerstag bin ich mit vor Ort.

ptg2013


Vor zwei Jahren in Köln markierte diese Konferenz gemeinsam mit meinen Erlebnissen bei der Tour de France im Sommer zuvor einen beruflichen Wendepunkt. Danach habe ich mich entschlossen, Journalismus ernsthaft anzugehen. Mit Anja Perkuhn und Daniel Drepper habe ich 2011 ausführlich in einem Cross-Live-Blogging von knapp 50 Veranstaltungen berichtet (–> zur Datenbank) Eine gute Grundlage für dieses Jahr. Die meisten Themen sind noch sehr aktuell und ich bin auf die Aktualisierungen gespannt.

Ein paar Highlights – laut dem stummen PDF-Programm – sind aus meiner Sicht:

## Heute:
Anti-Doping Panel mit Richard W. Pound, Perikles Simon, USADA, WADA, NADO Niederlande.
Danach folgt ein ebenfalls gut besetzte Match-Fixing Veranstaltung u.a. mit Vertreter von Interpol und dem ehemaligen Match-Fixer Mario Cimzek.

## Dienstag:
Wieder Dopingrunde. U.a. mit Gerhard Treutlein, Nils Zurawski und Herman Ram.

## Mittwoch:
FIFA-Reformen mit Roger Pielke, Mark Pieth, Walter De Gregorio.
Nachmittags werden jede Menge interessante Match-Fixing Einzelgeschichten (Türkei, Cricket, NFL…) angeboten.
Große Abendveranstaltung zu Sochi 2014.

## Donnerstag:
Beginnt mit großem Panel zur Regierung von Sportverbänden u.a. mit Jens Seher Andersen, Christer Ahl, Grit Hartmann, Jaimie Fuller.
Später Rassismus im Sport und Brasilien Schwerpunkte.
Abends der Ausblick: Wer bestimmt global den Sport? Jens Weinreich, James M. Dorsey, Niels Nygaard, Margaret Talbot und Jens Andersen.

Auf der Konferenz Website werden diverse Links angeboten, mit denen Ihr auch aus der Ferne recht ausführlich die Konferenz verfolgen könnt:

Livestream (Hauptsaal)
Live-Coverage von dänischen Studenten
PTG IOS-App

Im Laufe der Tage sollen hier diverse Präsentationen abgelegt werden und hier Fotos von der Konferenz. Die Abstracts zahlreicher Speaker könne hier (.pdf) auch schon eingesehen werden.

Ich selber werde in diesem Jahr keinen Liveblog starten, aber mich immer mal wieder über Twitter melden.

Liveblog von der UCI-Wahl

27.09.

Mit einem klassischen Pat McQuaid Schachzug wird der Ire sehr wahrscheinlich heute seine Wiederwahl sichern. Ab jetzt berichte ich live aus dem riesigen Sitzungssaal im Palazzo Vecchio. Gleich wissen wir mehr.

Sitzungssaal_small

Wird ständig aktualisiert. Einfach den Refresh Button bedienen… Dazu bei Twitter vorbeischauen, wer die schnellen Updates möchte.

Beginnen wir mit dem Trick, den Pat McQuaid heute anwenden könnte. Vor ein paar Wochen habe ich diesen Zug von der ersten Person gehört. Gestern hat mir ein Delegierten diesen Zug unabhängig von Quelle 1 erklärt. Ich habe verschiedene Delegierte gestern Abend noch damit konfrontiert, die zunächst nicht Bescheid wussten, mir aber heute morgen bestätigten, dass es mehr als ein Gerücht ist. Die Sitzungsagenda soll heute morgen noch kurzfristig geändert worden sein. Nun aber zu seinem Move, den ich heute Morgen in einem aktuellen Artikel für SPIEGEL ONLINE wie folgt beschrieben habe:

Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE könnte McQuaid diese Abstimmung durch einen unerwarteten Schachzug umgehen. Der Schweizer Radverband zog die Nominierung von McQuaid nach einem Rechtsstreit im August zurück. Da die Schweizer ihre Entscheidung erst nach dem 29. Juni, dem Stichtag für die Nominierungen, revidiert haben, möchte der Ire offenbar die Annullierung nicht akzeptieren. Der Trickser McQuaid ist wieder in seinem Element.

Vorteil für McQuaid. Er braucht nicht mehr die zweidrittel Mehrheit, die für eine Satzungsänderung notwendig ist (siehe letzten Blogeintrag). Ihm reicht später die absolute Mehrheit von 22 Stimmen, wenn über die Wahl abgestimmt werden.
hier weiterlesen

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